Mr. President

Gepostet vor 8 Jahren, 3 Monaten in #Misc #Politics #Obama

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(Bild via Popkulturjunkie)

Ich werde ja grade so langsam wach und stelle fest: Nein, René, Du hast das gestern tatsächlich nicht geträumt. Amerika hat einen schwarzen Mann namens Barack Hussein Obama zum nächsten Präsidenten der Vereinigten Staaten gewählt. Das ist nicht weniger als unglaublich. Aber: Ich habe in keiner Sekunde daran gezweifelt, dass in Amerika Unglaubliches möglich ist. Das hat man in den vergangenen acht Jahren unter umgekehrtem Vorzeichen ebenso erlebt. Und auch wenn das furchtbar abgehangen klingt und auch wenn Ihr das heute garantiert schon hundertmal gelesen habt: das ist ein historischer Moment und das war mir, als ich gestern nacht betrunken und mit offenem Mund seine Siegesrede (Teil 2) hörte, sofort klar.

Jetzt habe ich aber diesen einen Gedanken, den trage ich schon eine Weile mit mir herum und formuliert hatte ich den praktisch auch schonmal, der bekommt aber mit einem Prez Obama nochmal eine neue Dimension. Vor ein paar Jahren, nach der letzten Bundestagswahl, als der Stoiber auf einmal keine Lust mehr hatte und sich alle, wirklich alle zum Affen machten, da schrieb ich:

Man kann sich eigentlich nur mit Grauen abwenden von der Politik dieser Tage. Deutschlands Problem, meine Lieben, liegt in den Personen begründet, im politischen Personal.

Das glaube ich nach wie vor und das gilt auch für Amerika. Wir wie die haben eine Verfassung, die kann man ficken wie Bush oder Schäuble, oder man kann sie achten, wie (hoffentlich) Obama oder... tja, nun, und hier fällt mir leider kein Name ein. Gysi oder Lafontaine? Fischer? Eher nicht. Matthias Platzeck wäre wohl noch am ehesten einer gewesen, dem ich einen Obama zugetraut hätte, der hatte aber keine Lust. Kann man das eigentlich schon sagen? So wie bei Radiohead? Doin' an Obama? Wie auch immer.

Das Problem der Politik ist nicht das System, wie einem irgendwelche Verschwörungskritiker immer weismachen wollen und dabei immer, wirklich immer wieder auf diesen völlig blöden und reisserischen „Zeitgeist“-Film verweisen (der so blöd und reisserisch ist, dass ich ihn immer nach 5 Sekunden ausmachen musste, ich habe ihn also nicht gesehen, weiß aber trotzdem, dass er blöd ist). Denn: Unser System ist keine globale Verschwörung irgendwelcher Ausmaße, unser System heisst auch nicht Kapitalismus, sondern unser System heisst: Demokratie, simple as that. Und in einer Demokratie kann Amerika einen schwarzen Mann namens Barack Hussein Obama zum Präsidenten wählen.

Und wenn Lars völlig zurecht die hessische und eigentlich auch gleich die komplette deutsche Politik auseinandernimmt, dann kann ich nur zustimmend mit dem Kopf nicken.

Ein paar hessische Feiglinge warten bis zum letzten Tag, um dann die eigene Partei samt Spitzenkandidatin vollständig zu demontieren, nur um nicht mit unliebsamen Linken zusammenarbeiten zu müssen. Wen interessieren schon politische Inhalte?

Daß die Linken wiederum in der Mehrzahl vermutlich von enttäuschten Sozialdemokraten gewählt wurden und somit durchaus auch in einer nicht ganz so heruntergeschröderten SPD einen Platz gefunden hätten, scheint den vier Roland-Koch-Wählern (wer will sich schon so nennen lassen müssen?) auch noch keiner erklärt zu haben.

Die CDU-Bundestagsfraktion allerdings beweist wieder einmal, daß ihr in Bigotterie und inhaltlicher Scheißegalheit so schnell keiner etwas vormacht: Die lehnt einen gemeinsamen Antrag gegen Antisemitismus ab, weil die Linken den auch unterzeichnet haben, welche den Antrag wiederum wortgleich noch einmal einbringen müssen.

Das ist so reflexhaft und destruktiv, daß man als linker Bundestagsabgeordneter auf die Idee kommen könnte, einfach nur noch CDU-eigene Anträge einzubringen, damit die dann dagegen stimmen.

Seiner Headline „Wir haben aber keinen Obama“ muss ich dann allerdings widersprechen. Wenn nicht das System das Problem ist, noch das Wesen der Politik an sich, sondern wenn es unfähige Politiker sind, die so abgebrüht und müde sind, dass sie nur noch wissen, wie man eine Verfassung fickt, nicht mehr, wie man sie achtet... na, dann müssen wir eben andere wählen! (Ich widerstand eben dem komischen Gefühl, an dieser Stelle ein „Yes, we can!“ zu schreiben.) Wir haben einen Obama, irgendwo. Vielleicht heisst er Cem Özdemir, vielleicht auch anders, aber wir haben ihn. Jede Wette. Denn ein bestimmter Typ Politiker ist seit gestern Geschichte.

Thanks, Obama.

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