Nach Berlin reinfahren

Was mir ja immer aufgefallen ist, wenn ich mit dem Auto nach Berlin gefahren bin (oder auch: wenn ich mit dem Auto aus Berlin rausgefahren bin), ist folgendes: man fährt so auf der Autobahn vorbei an jeder Menge Wald und ist zwei Sekunden später mitten in der Stadt. Nach Berlin reinfahren ist eine „von Null auf Hundert in 0 Sekunden“-Angelegenheit, das Verhältnis zwischen „In Berlin“ und „Nicht in Berlin“ ist genau wie das zwischen Schwarz und Weiß, da gibt es geine Graustufen.

Ganz anders ist das in Frankfurt. Da fährt man durch Käffer, dann durch größere Käffer, schließlich durch naheliegende Ortschaften um schließlich am lose besiedelten Stadtrand zu landen, von dem man sich langsam dem Stadtkern nähert. Berlin hat keine naheliegenden Ortschaften (sag ich mal so), sondern ist Kern, komplett. Und deshalb fährt man erst durch jede Menge Wald und ist eine Sekunde später mitten in der Stadt, wobei Mitte hier nicht Mitte meint, sondern: Berlin hat kein massemäßiges Zentrum, dass sich zu den Rändern hin ausdünnt. Unter Grafikern sagt man: verjüngt. Berlin verjüngt nicht. Berlin ist oder ist nicht.