70 Jahre „War of the Worlds“

Heute vor genau 70 Jahren übertrug das Mercury Theatre ein Hörspiel nach H.G. Wells „Krieg der Welten“ in Form einer fiktiven Reportage, die von den Hörern allerdings nicht als fiktiv wahrgenommen wurde. Spätestens ab da war das Werk Legende und die Blaupause aller Space Invaders in der SciFi-Kultur. SpOnlines EinesTages hat zum 70sten der Marsianer einen netten Artikel am Start, von mir gibts tausend Links und eine Meinung zur Spielberg-Verfilmung von 2005 dazu. Denn der war damals der beste Spielberg seit „Jurassic Park“, wirkten doch alle Schindlers und Ryans doch ein wenig angestrengt. Hier kehrte er zu seinen Ur-Themen zurück und kehrte gleichzeitig seine „Gute Aliens“-Botschaft aus „E.T.“ und „Third Encounter“ in einen stellenweise wahnsinnig harten Film um. Daran ändern auch der von vielen als langweilig empfundene Mittelteil und das kitschige Ende nichts.

Snip von EinesTages zum Hörspiel von 1938:

Innerhalb weniger Minuten war das Telefonnetz im Großraum New York überlastet. Allein die New York Times verzeichnete 875 Anrufe besorgter Bürger. Auch in Polizeirevieren klingelte das Telefon, dazu betraten zahlreiche verängstigte Personen die Wachen. Die Ordnungshüter wussten zunächst nicht, wie sie mit der Sache umgehen sollten. Glücklicherweise erhielten die Polizeiwachen per Fernschreiber schnell aufklärende Informationen: "An alle: Der Sender WABC iniformierte uns just, dass es sich bei der gerade gesendeten Übertragung um eine fiktive und überzeichnete Erzählung handelte. Es gibt keinen Grund zur panik" tickerte es über den Papierstreifen.

Und tatsächlich entspannte sich die Situation am Big Apple langsam wieder. Spätestens, als Orson Welles in der Sendung von einem menschenleeren Times Square und einer "Maschine vom Mars, die irgendwo im Central Park steht" berichtete, dämmerte den ersten New Yorkern, dass sie einer Fiktion aufgesessen waren - dort war nämlich weit und breit nichts von einer Maschine zu sehen. Dann beendete Welles die Sendung mit einem Scherz: "Wenn es an ihrer Tür klingelt und es steht niemand davor, war es kein Marsianer - heute ist Halloween!!” Velen Amerikanern war dabei allerdings nicht mehr zum Lachen zu Mute.

70 Jahre "Krieg der Welten" (EinesTages)
Das komplette Buch „H.G.Wells: Der Krieg der Welten“
Das komplette Buch (englisch) „H.G. Wells: War of the Worlds“
The War of the Worlds – Book Cover Collection
The Mercury Theatre on the Air mit allen jemals ausgestrahlten Folgen inklusive dem „War of the Worlds“-Hörspiel (Mirror auf Archive.org)
Das komplette Transkript des Hörspiels
Und überhaupt: War of the Worlds auf Nerdcore

Relativ unbekannt ist die Tatsache, dass Ray Harryhausen schon in den Vierziger Jahren an einer Verfilmung des Stoffes arbeitete.

Harryhausen was in the US Army when he first conceived the idea and wrote a basic outline. The Orson Welles broadcast influenced his decision to relocate the action to America, setting his version in and around New York city. Sensibly enough for a film version, he also created a new character to replace Well's nameless narrator. Called Randy Jordan, he was to be a newspaper reporter, and would bear witness along with Professor Pierson to the destruction of such iconic landmarks as The Brooklyn Bridge, The Holland Tunnel and (who could imagine otherwise given the location), the Statue Of Liberty. (War Of The Worlds, Ray Harryhausen, 1949)

Hier ein Screen-Test seiner Alien-Animation:


(Youtube Direktalien)

Und hier noch der komplette Film von 1953 als Youtube-Playlist:


(Youtube Direktwaroftheworlds)

Snip aus der Rezension des Films von der New York Times:

There's no point in smugly rusticating behind the protection of the hydrogen bomb and jet planes. Those Martians, first reported in 1898 by H. G. Wells and terrifyingly revived for radio listeners by Orson Welles some forty years later, descended, with an assist from Paramount, on the Mayfair yesterday via "The War of the Worlds." Now it's either a mad dash for the hills or to the theatre. And, after calm deliberation, it would appear that the movies is the better bet.

Make no mistake about it, science-fiction, like comic books, is a part of our culture, and George Pal, who produced this latest amalgam of fact and fantasy, is no tyro in this field. Like his previous sorties into interplanetary space—"Destination Moon" and "When Worlds Collide"—"The War of the Worlds" is, for all of its improbabilities, an imaginatively conceived, professionally turned adventure, which makes excellent use of Technicolor, special effects by a crew of experts and impressively drawn backgrounds.