Was das Rumliegen in der Badewanne mit Al Gore zu tun hat

21.09.2008 Misc #Storys

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Die zweitbeste Sache, die man zuhause machen kann, ist Sex haben. Dann folgt erstmal eine ganze Weile lange nichts und schließlich thront auf dem Spitzenplatz der besten Sachen, die man zuhause machen kann: In der Badewanne liegen. Stundenlang. Manchmal denke ich, ich könnte ganze Tage in der Wanne rumliegen, so super finde ich das. Sex in der Badewanne haben zählt übrigens nicht, denn mit Rumliegen hat das herzlich wenig zu tun.

Und was man da so alles machen kann, in der Wanne, auch super. Man kann ein Buch lesen und wenn das Buch nur ein kleines ist, kann man vielleicht sogar zwei Bücher lesen. Fantastisch! Man kann auch ein Buch zu Ende lesen und dann ein anderes anfangen, man könnte aber auch ein Buch zuende lesen und dann kein neues Buch anfangen, wenn man grade keins zur Hand hat. Was man da alles nicht machen kann in der Wanne, sehr fantastisch.

Man kann aber auch Musik hören oder Hörspiele, wärend man in der eigenen Plörre liegt, die langsam aber sicher von heiß nach warm und schließlich von lauwarm zu kalt abkühlt. Dann wird es Zeit für eine neue Fuhre heißes Wasser, weil kalte Plörre doof ist und so fülle ich regelmäßig heißes Wasser nach, während ich in der Wanne liege und ein oder zwei Bücher lese. Was mich nun auch endlich zum Punkt kommen lässt, jetzt schon im vierten Absätz, denn:

Badewannenrumliegerei ist zwar super, es macht einen aber auch zu einer unglaublichen, Wasser verschwendenden Umweltpottsau und ich mit meinen stundenlangen Badewannenorgien (apropos Orgien: beim In-Der-Badewanne-Rumliegen kann man sich auch wunderbar am Gemächt rumspielen, tun sollte man das allerdings erst zum Ende der Rumliegerei. Wegen der Kontaminierung hinterher.) bin dann wohl die größte und dreckigste aller Umweltpottsäue, denn ich bade nicht nur stundenlang und schütte ständig heißes Wasser nach, nein, es geht noch viel schlimmer, denn: Ich gehe danach auch noch duschen!

Und während ich mich in der Dusche einseife, lasse ich das Wasser laufen! Und während ich die Zähne putze, läuft das Wasser ebenso. Wenn es also eines Tages in Südhessen zu vorübergehenden oder nicht vorübergehenden Wasserknappheiten kommen sollte: das war ich. Um mein Umweltkarma hier jetzt wenigstens ein kleines bisschen aus dem Dreck zu ziehen, möchte ich hier noch ein wenig kleinlaut hinzufügen: ich hab' Solarstrom, immerhin. Ob das allerdings ausreicht, wenn ich am Ende meiner Tage meinem Schöpfer gegenüberstehe, weiß ich nicht. Wahrscheinlich wird Al Gore dann zu mir sagen: „René, ey, Du hast zwar die Welt aus der Energiekrise gerettet, für die Fantastillionen Liter Wasser allerdings musst Du eine Runde durchs Purgatorium“ – „Na gut, ey. Hmpf.“