Die Ameise vom Mars an Kilometer 28 des Highways

Forscher haben im Amazonas eine neue Ameisenart gefunden, die erste neue Ameisenart seit 85 Jahren. So weit, so ungewöhnlich, so steht das ja heute schon überall und auch wenn das Thema Ameisen hat, die ja immer gehen, eine blinde Ameise die nach einem Alien vom Mars benannt wird sowieso („Und weil das Insekt auch noch so sonderbar aussieht, tauften die Forscher es auf den Namen Martialis heureka – Heureka, eine Ameise vom Mars!“) Was mir dann allerdings richtige Fragezeichen auf die Stirn trieb, war folgendes Detail:

Das bisher einzige, nur drei Millimeter lange Exemplar einer neuen, räuberischen Ameisenart entdeckten die Forscher in der Abenddämmerung bei Kilometer 28 neben dem Highway AM010 im Bundesstaat Amazonas.

Wie muss ich mir so ein Forscherleben eigentlich vorstellen? Fahren Forscher in der Abenddämmerung über den Highway AM010 im Bundesstaat Amazonas und entscheiden nach einem Bauchgefühl, auf einmal anzuhalten und die Böschung nach Alien-Ameisen vom Mars zu durchwühlen? Oder machen die das systematisch? Also: den kompletten Highway entlangfahren und alle zehn Meter wühlen? Oder musste der Forscher einfach nur seine Notdurft in der Abenddämmerung verrichten, nachdem er sich mit den Biologen betrunken hatte? Und warum fährt der dann noch?

Wie also findet ein Forscher in der Abenddämmerung bei Kilometer 28 neben dem Highway AM010 im Bundesstaat Amazonas eine Ameise vom Mars? Ich denke, das Forschungsverhalten von Forschern sollte ein eigenes Forschungsprojekt zur Folge haben, denn eine Headline wie „Ameise vom Mars beim Pinkeln im Straßengraben gefunden“ ist wohl tausendmal sensationeller als alles, was man da heute drüber lesen kann.

Marsianer aus dem Untergrund (Danke Miko!)