Ich gegen die riesige Riesenspinne from unterm Sofa

Ich schreibe diese Zeilen unter Krämpfen und Zuckungen. Heftigen. Ich saß eben grade so da und wählte Tracks und Songs für das DJ-Set am Samstag aus, da kitzelte es mich an meinen baren Füßen. Scheiß Mücke, dachte ich so und wackelte ein bisschen mit dem großen Zeh. Das hilft immer, da fliegen Fliegen ganz schnell vom Fuß, wenn sie darauf hocken. Danach kitzelte es wieder, da dachte ich so „Meh“, weil Fliegen haben ja die Angewohnheit, genauso lästig wie hartnäckig zu sein. Man beobachte mal eine Fliege, die immer wieder gegen eine Fensterscheibe dotzt. Strunzdumm, aber beeindruckend hartnäckig. Man sagt sturen Leuten ja nicht umsonst nach, sie wollten mit dem Kopf durch die Wand. Für diesen Spruch haben Menschen eindeutig zuviele Fliegen beobachtet.

Als es wieder kitzelte, dachte ich wieder „Meh“ und wackelte erneut mit dem großen Zeh, da beobachtete ich aus den Augenwinkeln, wie da etwas über den Boden krabbelte. Genau hingesehen handelte es sich bei diesem etwas um eine riesengroße, schrecklich behaarte, fies schauende, gigantische, mindestens zwanzig Meter große, schwarze, giftige, mutierte, hundertfünfzigbeinige – also eine ganz normale Hausspinne von ungefähr 3 Zentimetern Länge. Daraufhin hüpfte ich panisch auf die Couch, zuckte ein-, zwei-, dreimal mit Joe Cocker um die Wette, schüttelte mich noch ein paar mal, hüpfte vom Sofa mindestens drei Meter weit weg und zuckte und schüttelte mich noch ein paar mal. Dann nochmal. Und nochmal. Schließlich holte ich eine Waffe in Form eines Schuhs und die gigantische, stinknormale Spinne starb einen furchtbaren Tod unter mindestens dreißig Hieben mit Badelatschen. Ich bin sehr tierlieb, aber bei Spinnen kenne ich keine Gnade. Gar keine.

Das Problem ist nun: ich verbinde das Kitzeln von Fliegen auf baren Füßen ab jetzt mit Spinnen. Und so schaue ich seit einer halben Stunde bei jedem kleinsten Kitzeln, ausgelöst von Fliegen und Lufthäuchen (was ist denn bittesehr der Plural von Lufthauch?), panisch nach unten auf der Suche nach der nächsten gigantischen Riesenspinne from Hell. Da, eben grade schon wieder. Wenn man also demnächst irgendwo einen Mann sitzen sieht, der alle fünf Minuten mit nackter Panik nach unten sieht und verzweifelt mit den Händen nach Phantom-Spinnen schlägt: das bin ich. Mit ganz frischem Spinnen-Trauma. [schüttel, zuck]