Man muss die Welt aushalten. Spaß haben. Nett sein zu den Frauen. Arschlöchern sagen, dass sie sich verpissen sollen. So geht's. Dann: Booooof! Und weg bin ich. Das ist meine Moral.

Lemmy Kilmister, der mit dem Namen, den ich seltsamerweise nie nachschlagen muss, in einem fantastischen Interview in der Süddeutschen. Lebenshilfe mit Lemmy, absolut grandios und das war jetzt eine echt schwere Entscheidung, welche Stelle ich als Zitat nehme, das ist nämlich alles absolut zitierwürdig.

SZ: Sie gehen immer vom Schlimmsten aus, oder? Das Wesen von Motörhead ist, dass die Katastrophe sicher passiert!

Kilmister: Das ist nicht das Wesen von Motörhead: Es ist das Wesen der Welt! Amerika ist randvoll mit rassistischen Mamasöhnchen, die keinen mehr hoch kriegen! Für die ist ein schwarzer Präsident, den die schicken weißen Mädchen vom Rodeo Drive gut finden, die größte Provokation der Welt: John F. Kennedy plus Martin Luther King in einer Person? Amerika ist sehr schön. Simbabwe ist auch sehr schön. Verstehen Sie?

SZ: Zurück zur Moral, eine fragwürdige Moral ist keine Spezialität von Politikern . . .

Kilmister: Noch schlimmer ist die Musikindustrie. Hier sind die bootlicker - hier sind die, die immer tolle Ideen haben, die sich für den Chef nach der Seife bücken und . . .

SZ: Gilt auch hier die Regel acht von zehn?

Kilmister: Sicher. Seit 32 Jahren gibt es Motörhead. Seitdem wollen mir bootlicker erklären, wie wir noch mehr Platten verkaufen. Sie kommen immer wieder . . . Wie Mücken an einem schwedischen See.

SZ: Es müssen keine Idioten sein.

Kilmister: Es sind welche.

SZ: Vielleicht sind die Ideen gut.

Kilmister: Die Ideen sind scheiße.

Gespräch mit Lemmy Kilmister: "Die Welt ist böse" (via Rivva)