Hard-Drive-Partys – Filesharing goes offline

Die Süddeutsche über Hard-Drive-Partys:

Hard-Drive-Partys, so heißt das neue Schreckgespenst der Musikindustrie. Hinter diesem Begriff verbergen sich Partys, bei denen die Gäste den Inhalt ihrer mobilen Festplatten austauschen. Und das können ohne weiteres 500 Gigabyte werden, denn so groß sind mittlerweile handliche und kostengünstige Geräte. Zehntausende oder sogar Hundertausende Songs wechseln dann mitunter den Besitzer.

Das Prinzip hinter diesen Partys ist nicht neu. Vielmehr werden illegale Tauschbörsen aus dem Internet in den privaten Raum verlegt und die Rechner nicht mehr über das weltumspannende Netz, sondern direkt miteinander verbunden. Dadurch wird nicht zuletzt die Geschwindigkeit, mit der Daten übertragen werden können, erhöht, und es können in derselben Zeit mehr Daten ausgetauscht werden.

Doch dies ist nicht der einzige Grund für die Blüte solcher Veranstaltungen, die Musikindustrie selbst hat entscheidend zu ihrer Entstehung beigetragen. Immer noch kämpft sie den Kampf gegen die Musikpiraten und versucht verzweifelt, am Status quo des Urheberrechts festzuhalten.

Markus fragt sich bei Netzpolitik: „Mal schauen, wie die Lobby darauf reagiert und welche politischen Forderungen daraus entstehen“. Welche Forderungen sollen sich daraus ergeben? Wenn die Musikindustrie weiterhin auf ihr veraltetes Urheberrecht pocht, dann sind das nichts anderes als die Copypartys der Achtziger, die wurden auch manchmal von der Polizei gestürmt und gebracht hat das genausowenig wie heute. Und politische Forderungen sind bei Offline-Partys ja irgendwie absurd, also noch absurder als alle Forderungen jetzt. Sollen private Zusammenkünfte demnächst angemeldet und nach Hardware gefiltert werden? Naja, wer weiß, vielleicht fährt die Polizei schon in 5 Jahren mit Hardware-Scannern durch die Straßen, die ab einer bestimmten Anzahl von Gigabyte Alarm schlägt.

Im Ernst: die Musikindustrie sollte sich einfach daran gewöhnen, dass Menschen schon bald zu jeder Zeit Zugriff auf jeden Song der Welt haben werden, ob dafür Geld fliesst ist für diese Verfügbarkeit völlig irrelevant, Technologie wird ganz einfach dafür sorgen und diese Hard-Drive-Partys sind ein weiteres Zeichen dafür. Ich weiß ja noch, wie ich die Beatles entdeckt habe... auf einer gebrannten CD, die komplette Discographie.

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