Der FAZ-Artikel über den LHC im CERN ist purer Tech-Porn

Dieser Artikel über den Large Hadron Collider auf FAZ.net ist reinster Tech-Porn, voller Superlative und gigantischen Zahlen, dem Nachfolger des WWW („The Grid“, hach) und Mini-Singularitäten.

In dem Beschleuniger laufen etwa dreitausend Pakete aus jeweils einhundert Milliarden Protonen auf gegenläufigen Bahnen um. „Wir rechnen mit bis zu sechshundert Millionen Proton-Proton-Kollisionen pro Sekunde“, erklärt Rüdiger Schmidt, der seit 23 Jahren am Cern arbeitet und für die Sicherheit am LHC-Beschleuniger verantwortlich ist. „Wir wollen sicherstellen, dass wir auch seltene Ereignisse wie das Higgs-Teilchen sehen können.“ Während er spricht, reicht Schmidt weiße Sicherheitshelme und klobige Messgeräte, sogenannte Biocells mit Atemmasken, an die Besucher weiter. „Die Biocells warnen uns, wenn der Sauerstoff unten im Tunnel knapp wird, weil beispielsweise Helium, das Kühlmittel des LHC, aus einem kleinen Leck entweicht“, ergänzt der Physiker, passiert eine Sicherheitsschleuse und steigt in den Aufzug.

Es geht abwärts – zehn, fünfzig, hundert Meter tief. Unten angekommen, führt der Weg durch ein Labyrinth aus weißgetünchten Gängen, in denen Neonlampen ihr ungemütliches Licht verbreiten. Plötzlich steht man inmitten des LHC-Tunnels, der irgendwo in der Ferne zu enden scheint, in Wirklichkeit aber einem riesigen Kreisbogen folgt. Etwas seitlich stehen hintereinander aufgereiht zylinderförmige blaue Rohre – die Dipolmagnete. Jeder ist fünfzehn Meter lang, einen Meter dick und 35 Tonnen schwer. „Das sind die komplexesten Komponenten der Anlage. Sie zwingen die Protonenpakete auf ihre Kreisbahn“, sagt Schmidt, der den LHC wie seine Westentasche kennt. Die Dipolmagnete beherbergen die beiden armdicken Vakuumrohre für die umlaufenden Protonenstrahlen und die supraleitenden Spulen aus Niobtitan. Letztere erzeugen ein Magnetfeld, das dem 160000-Fachen des Erdmagnetfeldes entspricht – vorausgesetzt, man kühlt sie mit supraflüssigem Helium auf minus 271 Grad.

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Forscher glauben, dass sich bei den Teilchenkollisionen auch sogenannte Extradimensionen zeigen könnten - also zusätzliche hypothetische Raumdimensionen, die sich allerdings nicht wahrnehmen lassen, aber physikalisch durchaus möglich sind. Dann könnte es sogar sein, dass sich bei der Kollision von Protonen kleine schwarze Löcher im Beschleuniger bilden, worin einige Zeitgenossen ein Risiko für die Erde sehen.

„Von diesen Minilöchern droht keinerlei Gefahr, da sie sofort verdampfen würden und viel zu klein wären, als dass sich daraus gefräßige Ungetüme entwickeln könnten“, beruhigt Rolf Landua, der kürzlich ein Buch über den LHC und die Experimente geschrieben hat.

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