Der FAZ-Artikel über den LHC im CERN ist purer Tech-Porn

Gepostet vor 9 Jahren, 1 Monat in #Misc #Science #Tech #CERN #Physics

Share: Twitter Facebook Mail

Dieser Artikel über den Large Hadron Collider auf FAZ.net ist reinster Tech-Porn, voller Superlative und gigantischen Zahlen, dem Nachfolger des WWW („The Grid“, hach) und Mini-Singularitäten.

In dem Beschleuniger laufen etwa dreitausend Pakete aus jeweils einhundert Milliarden Protonen auf gegenläufigen Bahnen um. „Wir rechnen mit bis zu sechshundert Millionen Proton-Proton-Kollisionen pro Sekunde“, erklärt Rüdiger Schmidt, der seit 23 Jahren am Cern arbeitet und für die Sicherheit am LHC-Beschleuniger verantwortlich ist. „Wir wollen sicherstellen, dass wir auch seltene Ereignisse wie das Higgs-Teilchen sehen können.“ Während er spricht, reicht Schmidt weiße Sicherheitshelme und klobige Messgeräte, sogenannte Biocells mit Atemmasken, an die Besucher weiter. „Die Biocells warnen uns, wenn der Sauerstoff unten im Tunnel knapp wird, weil beispielsweise Helium, das Kühlmittel des LHC, aus einem kleinen Leck entweicht“, ergänzt der Physiker, passiert eine Sicherheitsschleuse und steigt in den Aufzug.

Es geht abwärts – zehn, fünfzig, hundert Meter tief. Unten angekommen, führt der Weg durch ein Labyrinth aus weißgetünchten Gängen, in denen Neonlampen ihr ungemütliches Licht verbreiten. Plötzlich steht man inmitten des LHC-Tunnels, der irgendwo in der Ferne zu enden scheint, in Wirklichkeit aber einem riesigen Kreisbogen folgt. Etwas seitlich stehen hintereinander aufgereiht zylinderförmige blaue Rohre – die Dipolmagnete. Jeder ist fünfzehn Meter lang, einen Meter dick und 35 Tonnen schwer. „Das sind die komplexesten Komponenten der Anlage. Sie zwingen die Protonenpakete auf ihre Kreisbahn“, sagt Schmidt, der den LHC wie seine Westentasche kennt. Die Dipolmagnete beherbergen die beiden armdicken Vakuumrohre für die umlaufenden Protonenstrahlen und die supraleitenden Spulen aus Niobtitan. Letztere erzeugen ein Magnetfeld, das dem 160000-Fachen des Erdmagnetfeldes entspricht – vorausgesetzt, man kühlt sie mit supraflüssigem Helium auf minus 271 Grad.

[...]

Forscher glauben, dass sich bei den Teilchenkollisionen auch sogenannte Extradimensionen zeigen könnten - also zusätzliche hypothetische Raumdimensionen, die sich allerdings nicht wahrnehmen lassen, aber physikalisch durchaus möglich sind. Dann könnte es sogar sein, dass sich bei der Kollision von Protonen kleine schwarze Löcher im Beschleuniger bilden, worin einige Zeitgenossen ein Risiko für die Erde sehen.

„Von diesen Minilöchern droht keinerlei Gefahr, da sie sofort verdampfen würden und viel zu klein wären, als dass sich daraus gefräßige Ungetüme entwickeln könnten“, beruhigt Rolf Landua, der kürzlich ein Buch über den LHC und die Experimente geschrieben hat.

Link (via)

Superconducting Quantum Levitation on a 3π Möbius Strip

„Quantum levitation on a 3π Möbius strip track! Watch the superconductor levitate above the track and suspend below the track,…

Stephen Hawking Animated

Die BBC hat zwei hübsch animierte Vorträge von Stephen Hawking über Schwarze Löcher: „Andrew Park sketches out the key points…

Shapeshifting Material

Cool shapeshifting Material-Thingy from Harvard: A toolkit for transformable materials. (via David O'Reilly) Metamaterials — materials whose function is determined…

Oobleck Dancing On A Subwoofer to Dan Deacon

Buntgefärbtes nichtnewtonsches Maisstärken-Fluid tanzt zu Dan Deacon auf ’nem Subwoofer. Das erste Video dieser Art habe ich vor hundert Jahren…

Fake-Satansmesse und Menschenopfer am CERN

Neulich so bei den Physikern am CERN: Fake human sacrifice filmed at Cern, with pranking scientists suspected. The European Organisation…

Menschen nehmen einzelne Photonen wahr

Wissenschaftler haben in einem Versuch nachgewiesen, dass Menschen einzelne Photonen (Lichtteilchen) wahrnehmen können. Wobei unklar ist, ob die Teilchen einen…

Colors of Noise

Today I learned: Es gibt eine Farb-Nomenklatur für verschiedene Arten von Noise. Hätte ich mir wegen des bekannten „White Noise“…

Gravitational Waves finally discovered

Vor zwei Jahren hatten Staubspuren die Entdeckung von Gravitationswellen noch verhindert, jetzt ist es amtlich: Gravitational waves, Einstein’s ripples in…

Perfect Skipping-Stone

Damals regelmäßig gemacht beim Camping am Rhein: Steine übers Wasser skippen („umgangssprachlich auch Ditschen, Steinschnellen, Pfitscheln, Steineflitschen, Flippen, Klippen, Platteln,…

Entropy, Flatland, Parallax-View as Comics

Vor drei Jahren reichte Nick Sousanis seine Doktorarbeit in Philosophie und Bildung in Comic-Form ein. Seine erste Graphic-Novel Unflattening erschien…

Möbius Loop made from Light

Okay, das hier ist dann die ultimative Möbius Loop-Nerdery: Ein einseitiges, zweidimensionales Möbiusband aus Licht, das sie über eine Verdrehung…