Studie über Teenager und P2P

Gepostet vor 9 Jahren, 2 Monaten in #Misc #Copyright #Music-Industry #p2p

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British Music Rights hat zusammen mit der Universität Hertfordshire die Ergebnisse einer Studie über das Musiknutzungsverhalten (argh!) von Teenagern veröffentlicht und die Zahlen sprechen eine deutliche Sprache.

  • 14-24 year olds love music – arguably more than any previous generation
  • But their consumption of music is changing significantly – the perceived value of sharing, recommendation and copying have all increased
  • The upshot? Emotional importance does not correlate with spending – especially compared to other entertainment sectors
  • Around 90% of respondents now own an MP3 player. They contain an average of 1770 tracks - half of which have not been paid for.
  • 58% have copied music from a friend’s hard drive to their own, and 95% copy music in some way
  • 63% download music using P2P file-sharing networks. 42% have allowed P2P users to upload music from their computer. Much of this behaviour is viewed as altruistic
  • 80% of current P2P users would be interested in a legal file-sharing service – and they would pay for it too.
  • The CD is not dead. Even if a legal file-sharing service existed, over 60% say they would continue to buy CDs.
  • Money spent on live music exceeds that spent on recorded music

Soweit, so langweilig. Für mich ist das alles nichts neues, die Zahlen bestätigen einmal mehr, dass der klassische Musikmarkt zusammenbricht. Eine sensationelle Neuigkeit. Aber es gibt drei Dinge, die mich an den Reaktionen auf die Studie doch sehr stören.

1.) Ich finde es immer etwas ermüdend, wenn ich bei den Kämpfern für P2P und ein freies Internet das Argument: „Die Zahlen sind ja sicherlich gefälscht“ lesen muss, so wie grade bei Gulli:

Bei der gesamten Studie handelt es sich augenscheinlich um eine Auftragsstudie der Musikindustrie. Anders lassen sich die immensen Zahlen an illegalen Werken nicht erklären.

Unfug. Wenn in der Studie angegeben wird, dass rund 50% der Musik auf den iPods kopiert wurde, dann ist das noch viel zu niedrig angesetzt. Ich gehe schwer davon aus, dass der Anteil kopierter Musik auf MP3-Playern weitaus höher liegt, wobei es natürlich durchaus sein könnte, dass ich hier von mir auf andere schließe. Ich schieb' da gleich mal 'nen Poll hinterher (wozu hat man das Plugin denn sonst?)

2.) Netzwertig schreibt zu den 80%, die für ein legales, freies Filesharing (Kulturflatrate) bezahlen würden:

Schade nur, dass das technisch nicht umsetzbar ist, ohne das komplette Internet umzukrempeln. Und deswegen (und aus anderen Gründen) wird das auch nie geschehen.

Natürlich wird genau das passieren, denn die Majors haben gar keine andere Wahl. Und warum das technisch nicht umsetzbar sein soll, weiß ich auch nicht. Na klar ist das machbar, auch ohne das Internet umzukrempeln: die Labels lizensieren ihren Content an die ISPs. Ich sehe keinen Grund, warum das nicht funktionieren sollte. Schwierig, na klar. Aber nicht möglich? Never ever.

Viel schöner finde ich das Fazit von Feargal Sharkey (ja, genau der Feargal Sharkey), dem Vorsitzenden der BMR, der ganz pragmatisch und ohne das übliche „Ihr seid alle Kinderschänder/Terroristen/Raubkopierer“-Geschwätz den Tatsachen ins Auge sieht.

The music industry should draw great optimism from this groundbreaking survey. First and foremost, it is quite clear that this young and tech-savvy demographic is as crazy about and engaged with music as any previous generation. Contrary to popular belief, they are also prepared to pay for it too. But only if offered the services they want. That message comes through loud and clear.

These responses also pull no punches in highlighting how dramatically music consumption has changed, and continues to change; certainly in the case of copying, sharing and recommendation.

Technology has greatly increased the value of these activities – but it is clear that the financial gains are not necessarily feeding back to the creators: artists, composers and songwriters. How the music industry repositions itself here, and builds new mutually-beneficial commercial partnerships with technology providers remains the key challenge ahead.

Exactly, Mr.Sharkey.

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