Copyright-Lobby vs ISPs

Wenn die Copyright-Lobbyisten von der GVU den ISPs vorwerfen, sie würden „veralteten Geschäftsmodellen“ nachhängen, dann kann man eigentlich nur mit dem Kopf schütteln. Ich bin ja auch dafür, dass sich die GEMA zusammen mit den ISPs an einen Tisch setzt, um endlich eine Lösung für das (noch) illegale Filesharing zu finden. Schweden macht's ja grade vor. Aber ausgerechnet dieses Argument aus dem Mund der Copyright-Wächter ist, nun ja, irgendwie lustig. Ich habe übrigens eben grade eine sehr höfliche Mail sowohl an die GEMA als auch die GVU bezüglich des schwedischenn Versuchs geschickt, zusammen mit der Frage, ob man ebenfalls in diese Richtung denkt. Mal sehen ob und wenn ja: welche Antwort kommt.

"Bislang gibt es keinen einzigen konstruktiven Vorschlag aus der Branche, wie das existenzbedrohende Problem der hundertmillionenfachen illegalen Downloads von Raubkopien im Internet angegangen werden kann", beklagte der Lobbyist gegenüber heise online. Die Telekommunikationsindustrie stehle sich "einmal mehr" aus der Verantwortung. Dabei seien es "die Internetleitungen und die Server der Provider, über welche die massenhaften Urheberrechtsverletzungen begangen werden".

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Laut Sommer argumentiert die Internetwirtschaft aber "widersprüchlich und unseriös". Die Versuche der Internetprovider, "sich an alten Geschäftsmodellen festzuklammern, gehen an der Realität vorbei." In Zeiten der digitalen Distribution von Inhalten seien auch die Infrastrukturanbieter gefordert, "gemeinsam Lösungen zu entwickeln und die Rahmenbedingungen für einen legalen Markt zu schaffen". (heise)

Ich frage mich grade, ob die Mitarbeiter der GVU demnächst auf mit solchen T-Shirts rumlaufen. Halte das aber dann doch eher für unwahrscheinlich.