Der Tod als Kunst? (Update)

20.05.2008 Misc #Art #Fail

Share: Twitter Facebook Mail

Vor ein paar Wochen hörte ich von diesem „Künstler“, der einen sterbenden Menschen ausstellen wollte und deshalb nach totkranken Leuten suchte. „Was für ein Depp“ dachte ich damals und jetzt muss ich feststellen, dass in Italien schoneinmal ein Depp auf so eine Idee gekommen ist.

Im Jahr 2007 hat Guillermo Vargas Habacuc, ein Pseudo-Künstler, einen Strassenhund aufgelesen, hat ihn mit einer kurze Leine an eine Mauer in einer „Kunstgalerie“ gebunden und langsam verhungern und verdursten lassen.
Mehrere Tage sind der Autor dieser grauenvollen Grausamkeit und die Besucher der Kunstgalerie teilnahmslose Betrachter des Todeskampfes dieses armen Tieres gewesen, bis endlich der Tod es nach einem schmerzlichen, absurden und unverständlichen Leidensweg erlöst hatte. (xFuckerx)

Das unfassbare: die Ficker wollen diese völlig unmenschliche Aktion wiederholen. Wahrscheinlich ist das Begaffen eines sterbenden Tieres intellektuell äußerst reizvoll für irgendwelche Rollkragenpullis. Hier ist eine Petition dagegen.

Und grundsätzlich: Kunst ist laut Wikipedia: „ein menschliches Kulturprodukt, das Ergebnis eines kreativen Prozesses. Das Kunstwerk steht meist am Ende dieses Prozesses, kann aber seit der Moderne auch der Prozess selber sein.“ Nun dürfte Habacuc wohl damit argumentieren, ein sterbender Hund sei eben ein Prozess. Ja. Aber es ist kein kreativer Prozess, sondern ein natürlicher. Und deshalb ist ein sterbender Hund keine Kunst, sondern ein sterbender Hund. Und Habacuc ist kein Künstler, sondern ein Tierquäler. Manchmal hat man wirklich das Gefühl, auf der Welt laufen nur die hinterletzten Vollpfosten rum. Echt jetz.

(via)

 

[update] Ein Hoax ist es nicht, aber so wie zitiert stellt sich die Story dann auch wieder nicht dar:

Vargas, 32, said he wanted to test the public's reaction, and insisted none of the exhibition visitors intervened to stop the animal's suffering. He refused to say whether the animal had survived the show, but said he had received dozens of death threats.

Juanita Bermúdez, director of the Códice Gallery, insisted Natividad escaped after just one day. She said: 'It was untied all the time except for the three hours the exhibition lasted and it was fed regularly with dog food Habacuc himself brought in.' (Guardian)