Einstein über Religion

Es ist ja eins, wenn ich das sage, dass Religion doof und Mumpitz und Aberglaube und Einbildung und sowas ist. Es ist dann aber nochmal was anderes, wenn Mr. Gott würfelt nicht Einstein himself sowas sagt.

The word god is for me nothing more than the expression and product of human weakness, the Bible a collection of honourable, but still primitive legends which are nevertheless pretty childish.

"No interpretation no matter how subtle can (for me) change this." (Telegraph)

Yeah Baby. Es hat etwas sehr beruhigendes, mit dem Entdecker der Relativitätstheorie einer Meinung zu sein.

(via)

[update] Der Brief Einsteins ist mittlerweile bei Telepolis angekommen:

Nach Ansicht Powells ist der Brief so klar und deutlich formuliert, dass er Spekulationen um eine mögliche Religiosität Einsteins ein für allemal ein Ende setzen soll. In einer vom Guardian veröffentlichten englischen Übersetzung schreibt Einstein, dass für ihn das Wort "Gott" nicht mehr als ein Ausdruck menschlicher Schwäche und die Bibel eine Sammlung primitiver und kindischer Legenden sei. Dies könne Einsteins Worten zufolge auch keine noch so subtile Interpretation ändern.

Damit würde Einsteins Ablehnung einer göttlichen Existenz über diejenige eines persönlichen Gottesbildes hinausgehen, welche bereits länger bekannt war, aber Spekulationen über eine abstrakte Religiosität keinen Einhalt gebieten konnte. Dazu trugen neben Einsteins Determinismus vor allem zahlreiche ambivalente und teilweise widersprüchliche Äußerungen des Physikers zum Thema bei. Neben dem berühmten Ausspruch "Raffiniert ist der Herrgott, aber boshaft ist er nicht!" wird dabei meist auch seine am 4. Dezember 1926 in einem Brief an Max Born gemachte Bemerkung zur Quantenmechanik, dass "der Alte nicht würfelt", als Grundlage für eine angebliche Religiosität herangezogen.

Betrachtet man eine Vielzahl dieser Äußerungen in ihrer zeitlichen Reihenfolge, dann scheint es möglich, dass die Haltung Einsteins gegenüber der Religion einem gewissen Lernprozess unterworfen war. Und (beziehungsweise oder), dass der abnehmende gesellschaftliche Druck zum religiösen Bekenntnis sich auch in Einsteins Bekundungen widerspiegelt. Während diese anfangs eine Art deistische Gottesvorstellung erkennen lassen, werden sie später deutlich abstrakter beziehungsweise agnostischer.