Deutsche Bank wirbt mit der Hungerkrise

Ich weiß nicht, wer den Werbern und Entscheidern der Deutschen Bank ins Hirn geschissen den moralischen Wertehorizont dermaßen weit verschoben hat, dass sie dermaßen zynisch mit einer weltweiten Nahrungsmittelkrise wirbt.

Freuen Sie sich über steigende Preise? Alle Welt spricht über Rohstoffe - mit dem Agriculture Euro Fond haben Sie die Möglichkeit, an der Wertentwicklung von sieben der wichtigsten Agrarrohstoffe zu partizipieren. Investition in etwas Greifbares.

Und ich weiß auch nicht, ob ich es ekelhafter finden soll, dass irgendwelche Spekulanten an den steigenden Preisen und dem Hunger in armen Ländern der Welt verdienen, oder dass dafür auch noch geworben wird. Mein Feindbild stimmt immer noch, und Kasper will ich solche Business-Wichser nicht nennen.

[update] Von Attac.de:

Auf der dazugehörigen Webseite geht die Deutsche Bank weiter ins Detail:

Agrarrohstoffe - begrenzt und begehrt.

Folgende Erfolgsfaktoren lassen eine Wertsteigerung der Agrarrohstoffe erwarten:

  • Signifikant steigende Bevölkerung
  • Veränderung der Ernährungsgewohnheiten durch steigenden Lebensstandard in den Schwellenländern
  • Erhöhte Nachfrage nach Agrarrohstoffen bei der Produktion von erneuerbaren Energien
  • Historisch weltweit niedrige Lagerbestände an Agrarrohstoffen"

Diese Agrarfonds-Werbung, noch dazu auf Bäckertüten, ist ein Schlag ins Gesicht der Ärmsten, die schon beim Brot sparen müssen und sicher nicht mit Spekulation an den erhöhten Lebensmittelpreisen verdienen können. Schlimmer noch: Die von der Deutschen Bank angepriesenen Fonds wirken sich auf den weltweiten Agrarmärkten zusätzlich preissteigernd aus. Seit Jahresbeginn haben sich die Preise für Reis fast verdreifacht.

(via, via)