Als die Bilder fliegen lernten

Wer heute ins Kino geht, setzt sich einem Paradox aus. Auf der Leinwand läuft ein Film, der digital aufgenommen oder bearbeitet wurde, während hinter dem Rücken des Zuschauers eine antiquierte, 200 Kilogramm schwere Maschine rattert. Das Kino des frühen 21. Jahrhunderts bietet eine verblüffende Liaison zwischen der alten mechanischen und der neuen digitalen Welt: Eine Technologie des 19. Jahrhunderts gewährleistet, dass kilometerlange zusammengeklebte Streifen abrollen und an einem hellen Fenster vorbeiziehen. Gleichzeitig ist dies das letzte analoge Glied in einer weitgehend geschlossenen digitalen Bilderverwertungskette.

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