Millionen von Insekten an meinen Schuhsolen

Wenn man wieder anfängt mit dem Laufen, da hat man es erstmal schwer. So schwer, dass man mit dicken Waden und schmerzenden Beinen dann erstmal auf dem Sofa rumliegt und für drei Stunde außerstande ist, auch nur irgendetwas zu tun, sei es noch so etwas banales wie etwa ein heruntergefallenes Kissen aufheben oder den Arm anheben oder sowas.

Und dann gibt es diesen Moment, Du läufst, teilst Deine Kräfte ein, kommst in den Rythmus, zerquetschst drei Millionen Insekten mit deinen Schuhsolen, rotzt ab und zu in den Graben, zügelst Dich immer, wenn sie mit Dir durchgehen wollen, atmest ein durch die Nase, atmest aus durch den Mund, läufst, wunderst Dich zwischendurch mal, warum der iPod nur We are Scientists ausspuckt, wunderst Dich nicht mehr weil er nicht auf Shuffle-Mode steht, freust Dich als er dann Malcolm Middletons unfassbar großartiges „We're All Going To Die“ spielt und stellst auf einmal fest:

Du bist zum ersten mal seit 4 Jahren eine (kleine, circa 1,8km) Runde fast vollständig ohne Pause gelaufen und hast locker genug Puste, um die letzten hundert Meter zu sprinten und du läufst los, wirst immer schneller, rennst die Auffahrt hoch und beinahe hättest Du, wie Rocky, oben angekommen die Arme hochgerissen und wärst blöde rumgehüpft. Das habe ich mir dann aber doch erspart.

Heute ist ein guter Tag, meine Waden sind Weich wie das innere von frischen Brötchen und in einer Woche kann ich die große Runde (circa 4km) anvisieren. Meine Plauze sagt schonmal leise „Servus“.