Monty Pythons Michael Palin im Interview mit der SZ

Michael Palin im SZ-Interview über britischen Humor, den Nazi-Fetisch der englischen Presse, Demütigungen und das Scheitern, wunderbar. Yes, we love to be spanked!

SZ: Und doch nehme ich Ihnen nicht ab, dass jedes Großprojekt hier zum Scheitern verurteilt ist. Zum Beispiel haben Sie mit Monty Python große Filme gestemmt. Denken Sie an "Life Of Brian"!

Palin: Den hat nur George Harrison gerettet. Wie überhaupt in England etwas meist nur dann funktioniert, wenn sich ein reicher Musiker einschaltet.

SZ: Wie kam das?

Palin: Der Chef der EMI, die den Film produzieren sollte, las - kurz vor dem Drehstart - das Drehbuch. Bisschen spät.

SZ: Und dann?

Palin: Eine Parodie auf Bibel-Verfilmungen. Singende Menschen am Kreuz. Kalkweiß saß er da: "Wenn ich den Film finanziere, bin ich dem Untergang geweiht. Tut mir leid, Jungs!" Wie auch in Heathrow scheiterte also ein Projekt in der Vorbereitung, das aber faktisch schon begonnen hatte. Die Kreuze und Römer-Kostüme waren ja schon am Drehort in Tunesien.

SZ: Wieso hat Harrison ausgeholfen?

Palin: Hab’ ich ihn auch gefragt: "George, es geht um viel Geld! Fünf Millionen Pfund! Bis morgen! Wieso tust du das für uns?" George, auf seine wunderbar nasale Art, sagte nur: "Weil ich den Film sehen will." Bei "Monty Python And The Holy Grail" waren es dann die humorbegabten Herren von Pink Floyd, die viel Geld ’reinlegten. Sie waren gerade durch die "Dark Side Of The Moon"-Sache zu einem überraschend unüberschaubaren Reichtum gekommen. Aber: Wehe, es wird etwas von offizieller Seite geplant hier in England! Ich gebe Ihnen meine Hand drauf: es wird schiefgehen.

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