Warum GTA4 rockt

Gepostet vor 8 Jahren, 2 Monaten in Games Misc

Vor ein paar Wochen fragte Johnny: „Kann mir in dem Zusammenhang mal jemand die Faszination dieser Spiel-Serie erklären?“ Die Antwort steht bei Wired.

At one point, I was having a typically thuggish day: I'd killed a few drug dealers with a semiautomatic, and while trying to flee, whoops -- I accidentally rear-ended a cop car. Then it was a car chase, all wailing sirens and shrieking pedestrians diving out of the way, before totaling my SUV in a brutal collision and escaping on foot. A total Hillary Clinton nightmare, in other words.

I finally escaped by ducking into a subway station, and while catching my breath, I decided to explore a bit. That's when I stumbled upon a lovely piece of artwork: A huge mosaic of a subway train on the second level. It looked precisely like the mosaics you see in the New York City subway, except even more ambitious and gorgeous. And I was thinking, "Man, who put this thing here? Who thinks of this stuff?"

Well, Rockstar Games did. The Rockstar developers are utterly in love with the idea of the American city: the riot of decay and grandeur, the garish commercialism, the violence and beauty, the architectural delights hidden in every corner. With GTA IV, Rockstar has produced an ode to urban life. Which is to say, they're not really giving you a game to play with -- they're giving you a city.

Exakt so ist es. Es geht bei GTA darum, eine Stadt oder eine Welt zu simulieren. Das echte Leben, wenn man so will. Solche Spiele sind nicht neu und keine Erfindung der Computer-Games. Schon Monopoly oder Das Spiel des Lebens taten genau das: simulierten Leben und Welt, pressten sie allerdings in Regeln. Gehe nicht über Los, ziehe keine 4 Millionen Euro ein. Das fällt bei GTA weg, die einzige Regel: wenn Du „stirbst“, wachst Du im Krankenhaus wieder auf und wenn Du festgenommen wirst, stehst Du ohne Kohle und Waffen vor dem Polizeirevier. Der Rest ist die völlige, absolute Spielfreiheit.

Ob ich nun der launisch erzählten Hauptstory folge, die bevölkert ist von eben nicht stereotypischen Figuren oder ob ich im Internet-Café per E-Mail Damenbekanntschaften klarmache, mich mit Freunden per Handy und SMS zum Dart verabrede oder mir mit meinem Cousin in einer Bar die Hucke vollsaufe, um dann torkelnd durch die Straßen zu latschen... egal. GTA bietet beides, einen sehr guten, linearen Spielablauf in einer ansonsten völlig frei spielbaren Stadt, die durch die Anlehnung an das echte New York noch einmal realistischer wirkt.

Was am neuesten Teil der Serie so absolut fasziniert sind die Details. Wenn es nachts kalt wird, sieht man Nicos Atem. Fährt man einen Hydranten um, spritzt nahezu fotorealistisch eine Wasserfontäne aus dem Boden... sofern man nicht mit dem Auto darüber steht. Dann fliesst das Wasser unter dem Auto hervor. Fahre ich einen Briefkasten um, fliegt mir die Post um die Ohren. Dazu bietet das Game so viele unterschiedliche Fahrzeuge und Passanten, dass sich ein „echtes“, urbanes Gefühl einstellt. Und Rockstar hat nicht den Fehler gemacht und die Ultra-Costumization aus San Andreas noch weiter auszubauen, ganz im Gegenteil. Das tut dem Spiel gut, es scheint schlanker, einfacher, besser.

Kommen wir zur Gewalt. Die ist erstaunlicherweise nicht so ausgeprägt wie bei den Vorgängern und Rockstar hat das mit wenigen subtilen Mitteln geschafft. Zum einen ist die Fahrzeug-Steuerung schwerfälliger als bei den Vorgängern, hört sich zunächst nach einem Nachteil an, sorgt aber für mehr Realität und: man brettert nicht einfach über Passanten und durch die Beete. Ich halte sogar manchmal an roten Ampeln. Im Ernst. Zum anderen fehlen ganz einfach die zugegebenermaßen ziemlich heftigen Missionen, wie die aus GTA3, als man mit dem Flammenwerfer eine bestimmte Anzahl Gegner abfackeln musste. Darüberhinaus kann man seinen Fahndungslevel nicht einfach durch das Einsammeln von Sternen senken, man muss sich eine Verfolgungsjagd mit der Polizei liefern. Bei einem Stern kein Problem, bei zwei schon sehr schwer und bei drei Sternen bin ich bislang noch jedesmal gescheitert.

Aber natürlich bietet GTA4 das Potential zu virtuellen Gewalttaten, das berühmte Beispiel mit der Prostituierten, die man erst im Auto abschleppt und hinterher mit dem Baseball-Schläger tötet. Nun. Natürlich kann man sowas machen, man kann mit der Uzzi durch die Bronx laufen und wahllos Passanten umbringen. Das macht man allerdings genau nur einmal, höchstens, weil's langweilig ist. Erstaunlich: die realistischere Darstellung der Stadt führt bei mir dazu, unnötige Gewalt zu vermeiden. Ein Blutfleck auf der Motorhaube, nachdem man einen Passanten umgefahren hat, sieht einfach nicht wirklich gut aus. Über das Gewaltpotenzial von Spielen wie GTA wird man sich in fünf bis zehn Jahren ohnehin nochmal neu unterhalten müssen, wenn die NextNextNextGen-Konsolen tatsächlich in der Lage sind, fotorealistische Umgebungen und Spielfiguren darzustellen.

Was am Ende bleibt, ist ein fantastisches Spiel mit einer unheimlichen Fülle an Möglichkeiten, das zukunftsweisend ist für kommende Open World-Games. Ich jedenfalls freue mich jetzt schon auf GTA VI mit seiner fotorealistischen Berlin-Simulation, in der man sich am Brandenburger Tor auf eine Bank setzen und ein Eis mit seiner Süßen schlecken kann. Denn tatsächlich macht man bei GTA-Games solche Dinge viel häufiger, als um sich zu ballern. Rumfahren, die Gegend bestaunen, Billard spielen. In San Andreas habe ich am häufigsten Millionen beim Poker gewonnen und bin mit meinem Jetpack über die Stadt geflogen und bin jetzt schon gespannt, was ich in GTA4 am häufigsten tue. Bis jetzt: rumfahren und die Gegend bestaunen.

Tags: GTA Reviews

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