Merkels Antwort auf den offenen Brief der Musikindustrie: Das Herunterladen von Computern ist kein Kavaliersdelikt.

Gepostet vor 8 Jahren, 6 Tagen in

Während PirateBay sich grade in LibertyBay umbenannt hat, schluckt Angela Merkel den Bockmist der Contentindustrie und hat den „Künstlern“ in ihrem VCast von heute versprochen, sich auf internationaler Ebene dafür einsetzen, dass „Barrieren aufgebaut“ werden. Was sie allerdings damit meint, dass „Computer heruntergeladen“ werden, weiß ich auch nicht. Ich hab das Ding mal bei Youtube hochgeladen und mit „Comedy“ getagged, dafür musste ich meinen Upload für ein paar Minuten auf Null setzen. Tut mir leid.


(Youtube Direktcomedy)

Hier das Transkript:

Heute ist der Welttag des Schutzes des geistigen Eigentums. Dieser Tag wurde im Jahr 2000 von den Vereinten Nationen ins Leben gerufen. Er soll uns daran erinnern, dass sowohl Erfindungen als auch künstlerische Leistungen einen besonderen Respekt in unserer Gesellschaft verdienen – ihr Diebstahl nicht etwa ein Bagatelldelikt ist, sondern ein sorgfältiger Umgang mit diesen Leistungen in unserer Gesellschaft verankert werden muss.

Ich halte die Einrichtung eines solchen Tages für eine sehr wichtige Sache. Auf der einen Seite geht es dabei um den Schutz von Industriepatenten. Hier helfen wir vor allen Dingen unseren Erfindern, Ingeneuren, Technikern, dass ihre Leistungen auch weltweit vernünftig geachtet werden. Aber es geht darüber hinaus auch darum, die Leistungen von Künstlern, Komponisten, Schriftstellern, Journalisten zu achten und zu schützen und hier – gerade angesichts neuer technischer Entwicklungen – Barrieren aufzubauen.

In Deutschland haben wir das Urheberrecht novelliert. Hierbei haben wir vor allen Dingen deutlich gemacht, was im privaten Rahmen an Kopien erlaubt ist und was geschützt werden muss. Die Diskussion war lang, aber sie war wichtig und bietet eine gute gesetzliche Grundlage, um den Schutz zu verbessern.

Allerdings haben sich verschiedene Künstlerinnen und Künstler an mich gewandt, um darauf aufmerksam zu machen, dass damit der Urheberschutz noch nicht ausreichend gesichert ist. Denn es geht gerade um junge Künstlerinnen und Künstler, die noch kein finanzielles Polster haben, um sich mit Raubkopien auseinandersetzen zu können. Es geht darum, dass sie in jungen Jahren die Chance haben, den gerechten Lohn für ihre Leistung zu bekommen.

Ich kann dieses Ansinnen sehr gut verstehen und werde versuchen, mich im nationalen und internationalen Rahmen besonders darum zu kümmern. Ich weiß, dass wir eine gesellschaftliche Diskussion brauchen, die deutlich macht: Raubkopien sind kein Kavaliersdelikt. Dies muss immer wieder deutlich gemacht werden, denn jeder, der einmal versucht hat, eine eigenständige künstlerische Leistung zu vollbringen, weiß, wie viel Arbeit und wie viel Kraft dahinter steckt.

Bestimmte Dinge können wir national alleine nicht lösen. Deshalb müssen wir dies im internationalen Rahmen machen, denn das Herunterladen von Computern ist eine Sache, vor der nationale Grenzen nicht schützen können. Deshalb haben wir wäh-rend unserer G8-Präsidentschaft dieses Thema im vergangenen Jahr auf die Tagesordnung gesetzt, und auch in diesem Jahr werde ich dieses Thema wieder ansprechen.

Ich darf den Künstlerinnen und Künstlern also sagen: Die Bundesregierung kümmert sich um ihre Anliegen. Wir wissen, dass es ein dickes Brett ist, das wir bohren müssen, aber wir werden in unserem Kampf um einen besseren Schutz von künstlerischen Produkten nicht nachlassen, denn als Kulturnation wollen wir als Deutsche unseren Beitrag dazu leisten, dass auch diese Leistungen in gebührendem Maße anerkannt werden.

(via, via)

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