Welcome to Reality

Es hat schon etwas surreales, wenn man auf einem Amt sitzt und mit dem Amtsmenschen schwatzt wegen diesem und jenem und überhaupt und irgendwie kommt man dann auf Netzaktivität und man denkt sich so: „Oh ja!“ Und fragt dann: „Kennen Sie Blogs?“ während man gleichzeitig tief Luft holt, um zu ausufernden Erklärungen anzusetzen, was das denn sei und was das überhaupt soll und kurz darauf verschluckt man sich, weil der Amtsmensch grade „Ja“ gesagt hat. Internetaffine Bürokraten, eine Kombination, die ich bis heute morgen auch eher für vollkommen unmöglich gehalten hätte.

Dann sitzt man in diesem Lokal für schnelles Essen, wo es die leckeren Hähnchendinger gibt, haut sich eine schöne Portion Mais und Krautsalat und eben Hähnchen auf den Teller, schlurft zu einem Tisch, neben dem eine Runde Studenten zu Mittag futtern. Kaum kaue ich an dem ersten Bissen, verschlucke ich mich schon wieder, denn am Nebentisch redet man über Andys letztes Blogposting und das der Kommentar von Dings auch nicht hätte sein müssen. Peter Glaser meinte mal irgendwo, dass er nicht mehr unterscheide zwischen Netzrealität und dem echten Leben. Ich tue das auch nicht mehr, spätestens seit heute.

Nachher gehe ich dann auf ein Bier in meine Kneipe und fasel da mal was von Blogs, während ich meinen Bierdeckel auf Twitter per Handy poste. Was meinste, wie die dann alle gucken: als hätten sie ein Alien gesehen.