We Are Scientists - Brain Thrust Mastery

wearescientists.jpgWe Are Scientists waren ja schon immer Disco. Irgendwie. Schließlich habe sie vor zwei Jahren schon Phil Collins live gecovert und eigentlich fehlt ja nur die Discokugel, die kann man sich aber auch einfach dazudenken. Wenn man mal ehrlich ist, dann war schon der Vorgänger nicht deshalb gut, weil er Rock war, sondern weil er diese Harmonien hatte und dieses Augenzwinkern und dieses Bekenntnis zu den Achtzigern. Der Nachfolger zu „With Love And Squalor“ verdreifacht das alles, macht 80s-Pop, haut noch eine Spur der frühen Cooper Temple Clause obendrauf und ist trotzdem irgendwie immer noch Rock.

Muss man den Jungs lassen: Chuzpe haben sie, einfach so die cheesigsten Sounds der Achtziger und das Beste von heute einfach mal so zusammenzumixen, noch hier und da ein Oh Oh Oh dazwischenzumogeln und das ganze mit der gleichen ironiefreien Ironie wie The Darkness vorzutragen. Genau: We Are Scientisis sind für Phil Collins das, was The Darkness für Iron Maiden waren. Wagen sie es doch wirklich, bei „Lethal Enforcer“ einem diesen verhallten Xylophon-Sound in Kombination mit Synthi-Strings um die Ohren zu hauen, als hätte es die Cutting Crew niemals gegeben. Und dann gefällt mir das auch noch!

Nur „That's what counts“ hat mich mit seinen Trompeten-Einsätzen nachhaltig verstört, die könnten nämlich fast aus - Achtung, kein Scherz! - Whams „Careless Whisper“ stammen. Und wahrscheinlich lasse ich mir morgen die Haare blondieren und laufe mit einer Versicherungsvertreter-Matte durch die Gegend. Das Album finde ich trotzdem toll und wenn ich genauer drüber nachdenke, ergiebt „That's what counts“ als Albumabschluß auch Sinn. Das ist genau wie der Einmarsch zu Phil Collins, diesmal eben ein Outro mit Aaaaaahs und Wham-Trompeten, die lustig mit den Augen zwinkern, obwohl sie das alles natürlich völlig ernst meinen.
 
 

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