A Blast from the Past

19.03.2008 Misc #Life #Storys

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Und dann habe ich heute im Zug die M. nach so sieben oder acht Jahren mal wiedergesehen. Sie hatte einen weißen Mantel an, eine weiße Jeans und einen weißen Strickpulli und ist seit einer Woche Event-Managerin in der Werbeagentur Soundso ist damit schon die dritte Dame von früher™, die Events managed managt managet verwaltet und dafür sorgt, dass genug zu Futtern und zu Saufen auf Empfängen vorhanden ist, auf denen sich Business-Kasper und Business-Kasperinnen Bussis und Business-Bullshit um die Ohren hauen, während sie sich mit Schnittchen und Sekt besaufen.

Jedenfalls hat mich die M. heute morgen nach den sieben oder acht Jahren, in denen ich mit der Bagage von früher™ abgeschlossen hatte und andere Wege einschlug, ohne Drei-Tage-Feierei, ohne Dauerdruffsein und ohne dieses dämliche Ich-bin-der-Coolste-Rummacherei, mal auf den neuesten Stand gebracht, weil die M., die ist ja immer noch schwer dabei und von der Schwangerschaft hat sie ja echt erst was mitbekommen, als ihr das Kind beim Gehen quasi aus dem Schritt geplumpst ist. Ehrlich! S. war ja schon immer so eine Mittelpunktsgeile. Die hat sich schonmal beim Fest in die Mitte gestellt und irgendeinen Hit gesungen, so richtig laut, damit sie alle anglotzten und wäre sie heute 16 oder 18 oder so, sie wäre die erste in der Schlange für irgendeine dämliche Casting-Show. Wir konnten uns noch nie wirklich leiden und wir wissen das beide und deshalb ist das okay.

Jedenfalls bin ich jetzt auf dem neuesten Stand:

Der Z. hat endlich einen Job, tatsächlich, ist sein erster richtiger und das würde ja auch endlich mal Zeit, der ist ja auch schon 32. Ich hätte aber 'ne ordentliche Plauze entwickelt (Ach nee!), fast schon so fett wie der M. wäre ich. Aber der wohnt ja irgendwo bei Koblenz, der macht mir da keine Konkurrenz. Und der J. macht ja auch immer noch die gleiche Kacke wie früher™ und ist vor 'nem halben Jahr erst hochgenommen worden; ausgerechnet am Geburtstag seines Schwagers, in dessen Haus er lebt, stürmten die Bullen dasselbe und durchsuchten die Wohnung und wurden natürlich fündig, inklusive Liste mit Namen und Beträgen. U-Haft. Ging aber wohl nochmal gut, weil irgendwelche Leute irgendwas ausgesagt hatten. Wow, ich bin schwer beeindruckt. Not.

Und dann war vor drei Wochen die Knax Records Party. (Die gibt's noch? Die hätten ihren Trance-Scheiß lieber schon vor 10 Jahren in den Lokus kippen sollen. Hab ich gedacht, nicht gesagt.) Da waren sie ja auch wieder alle und alles wie früher™, der P. sieht ja noch fertiger aus als damals. Als sie dann meinte, dass ihre Nase läuft und sie müsse mal was ziehen hihi, denke ich nur: Gottseidank bin ich da raus. Und: ab morgen nehme ich einen Zug früher. Oder vielleicht lieber zwei. Ab hier schaute ich müde aus dem Fenster, sie nahm ihre Frauenzeitschrift mit Victoria Beckham vornedrauf und begann zu lesen.