Musikindustrie denkt hinter geschlossenen Türen über eine Kulturflatrate nach

Nachdem der schwedische Arm der Musik-Industrie schon im Februar den Vorschlag einer Kultur-Flatrate eingebracht hat, bewegt sich (im Gegensatz zu Frankreich, England und Deutschland) nun anscheinend auch die amerikanische MI.

Das ist zwar im Kern eine Kapitulationserklärung, aber im Gegensatz zu Europa scheinen die Verbände der Musikindustrie in den USA langsam einzusehen, dass sie mit der Keule der Strafverfolgung gescheitert sind. Das Modell, das der Technologie-Berater Jim Griffin, der für drei der vier großen Plattenfirmen arbeitet, zusammen mit Peter Jenner, Chef des International Music Manager’s Forum und früher selbst Manager von Pink Floayd Floyd und The Clash, vorstellen will, ist einfach: 5 Dollar im Monat als Aufschlag auf jeden Breitband-Zugang, und das war’s. Das Modell wurde angeblich bereits auf der MIDEM in kleinstem Kreis (nur 50 geladene Gäste) diskutiert und nicht rundweg abgelehnt. (Inquirer)

Fünf Dollar erscheinen mir zwar etwas wenig für eine Kulturflatrate, finde es aber grundsätzlich gut, dass sie mittlerweile einzusehen scheinen, dass man der Technologie mit den bisherigen Methoden nicht beikommt. Nico stellt dazu genau die richtigen Fragen, die wir hier auch schon öfter diskutiert haben:

  • theoretisch müssten alle zahlen (wäre dann eine Art GEZ mit entsprechendem Geschrei)
  • wie kommen die Gelder zu den wirklichen Urhebern, und nicht nur zu deren Vertretern?
  • werden hiermit auch die anderen Kreativbranchen (Filmindustrie) bezahlt? Oder gibt es für jede Branche einen Aufschlag?
  • wie genau sähen die Bedingungen aus? Ist dann einfach alles erlaubt? P2P, Bittorrent, Rapidshare?
  • wie sieht die Zukunft der Musik-Shops aus? Was wird aus iTunes? Wer kauft dann noch Musik?

Mehr dazu bei Wired und Ars Technica:

P2P would suddenly become legal (for those who paid, anyway), with the cash doled out to labels and artists based on the number of times each artists' work was traded each month. Such a system sounds wide open to gaming, of course, but if that problem could be solved, the music industry at least has a good chance at converting millions of file-swappers into paying customers.