Nine Inch Nails: 1,6 Millionen Dollar im Eigenvertrieb plus Videowettbewerb

Ich hab's ja schon gesagt: ich bin kein großer NIN-Fan. Aber die Art und Weise, wie sie derzeit im Internet agieren, die neue Technologie umarmen und mit ihren Möglichkeiten spielen, beeindruckt mich. Und es zahlt sich aus.

Sie haben mit ihrer Eigenvertriebs-Aktion bislang, Achtung!, 1,6 Millionen Dollar eingenommen. 1.600.000 Dollar mit 800.000 georderten Alben. Und das ist, Achtung!, exklusive des Verkaufs durch den Amazon-MP3-Shop, in dessen Chart sie, Achtung!, auf Platz 1 sind. Da dürfte dann auch nochmal ein hübsches Sümmchen bei rumkommen.

Und jetzt gehen sie auch in der Videoproduktion neue Wege. Wo Radiohead zur Web-Veröffentlichung ein paar Videocasts ins Netz stellten, machen NIN einen Wettbewerb via Youtube und zu gewinnen gibt es... nix.

Herr Reznor ruft zum Kurzfilmfestivalbeitrag auf, und lädt dazu ein, die Songs zu bebildern. Das Novum: Es gibt nichts zu gewinnen! Harhar. Who the fuck needs überbezahlte Videoclip-Produzenten anyway, wenn Musikfernsehen sowieso nicht mehr funktioniert, und die Fans eh immer die besseren Ideen haben… (Freakshow)


(Youtube DirektNIN)

Insgesamt und auch wenn ich mit der Band selbst nichts anfangen kann: großartig! Und zur Frage, ob das denn nicht ein wenig unfair den Labels gegenüber wäre, wenn Bands, die durch die Majors groß geworden sind, sich nun von diesen abwenden, habe ich mittlerweile auch eine Meinung:

Na und? Die vergangene Liaison von Radiohead/NIN und den Labels hat sich für beide Seiten mehr als bezahlt gemacht, aber leider bieten die Majors solchen Bands, die neue Technologien in ihrer ganzen Breite ausprobieren und experimentieren wollen, keine Optionen. Da ist eine Abkoppelung der Künstler vom Label nur ein konsequenter Schritt. Wie solche Modelle auf kleine Band übertragbar sind, ist dann nochmal eine andere Frage. Auf die es aber mit Sicherheit eine Antwort gibt.