All your Music are belong to us: Liste der abgemahnten „Werke“, der Abmahner und der Rechteinhaber und warum die es wirklich nicht wert sind

Gepostet vor 8 Jahren, 6 Monaten in Misc Share: Twitter Facebook Mail

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James Miao mashed audio from All Your Base Are Belong to Us (which deserves a repeat viewing if you haven't seen it in a while) with an extensive list of all or nearly all of the RIAA's lawsuits against P2P users (via)

Wenn ich mir diese Liste der deutschen Abmahner, ihrer Kunden und des abgemahnten Mülls, der so tolle Künstler wie Scooter oder ATB, aber auch so lehrreiches wie eine Lernsoftware für den Achtermann Sportbootführerschein beinhaltet, wenn ich mir das so ansehe, dann habe ich weder besonders viel Mitleid für die abgemahnten Scooter-Vollhonks, die sich solchen Mist auf die Platte ziehen, noch für die Rechteinhaber, denen wegen dieser Vollhonks die Umsätze einbrechen.

Denn es ist ja so: die Musik-Industrie macht - oder besser: machte - den größten Reibach mit dem hinterletzten Schund, dem hinterletzten Future-Trance-Bockmist und es ist wirklich kein Wunder, wenn Menschen den Wert solcher Musik nicht erkennen. Der ist nämlich gar nicht vorhanden. Gleichzeitig muss man sich vor Augen halten, dass grade die Bands, die neulich eigene Vertriebswege über das Internet mehr oder weniger erfolgreich angetestet haben, nämlich Radiohead und Nine Inch Nails, sowohl in den LastFM-Charts (im Falle von Radiohead) seit Monaten die Top 10 dominieren und noch dazu in den Verkaufscharts des Amazon MP3-Stores weit vorne mitspielen. Mein Bauchgefühl sagt mir, dass da ein Zusammenhang besteht.

All albums, whether sold as MP3 or CD, however they’re distributed, end up on P2P networks. Those who claim Radiohead and Nine Inch Nails’ strategies lost them money have lost the plot. If Amazon’s MP3 chart (below) is any indication, Reznor and Radiohead are both doing quite well sales-wise, despite their unconventional record release strategies. […] These files are available for free online, but people are buying them from Amazon’s DRM-free shop. There’s a lesson for the labels in there somewhere. (Listening Post)

Irgendwo hatte ich mal aufgeschnappt, dass die Majors das allermeiste Geld in den Neunzigern mit Compilations verdienten. Platten also für die „Klassiker aus den 80ern, den 90ern und das Beste von Heute“-Zielgruppe. Für eine Zielgruppe, der Musik so wenig wert ist, dass sie sich glattgeleckte Chart-Wichse in Essenz billig auf einer Doppel-CD kauften. Diese Leute mögen Musik nicht, sie konsumieren sie wie einen Sixpack Bier von der Tankstelle. Und in Zeiten, in denen sich jeder einen unendlich sprudelnden Bierzapfhahn nach Hause holen kann, da ist es kein Wunder, dass sie für solche Scheiße nix mehr bezahlen. Ist ja immer noch billiger als eine Compilation und wie schon gesagt: Musik mögen die eigentlich eh nicht.

Man könnte auch sagen: die Zeiten, in denen die Musikbranche wunderbar an geschmacklosen Vollidioten verdient hat, sind nunmal vorbei. Diese waren (oder besser: hätten lieber nicht sein sollen) niemals eine Zielgruppe für Musik. Die waren die Zielgruppe für Scheiße und ihr Geld ist verantwortlich für Dreck wie Ballermann- und Feten-Hits. Ganz ehrlich: ich bin froh, dass diese Käuferschicht für die Labels verloren geht. Dann promoten sie vielleicht wieder mehr Musik für uns. Für Menschen, die Musik lieben. Und manchmal sogar dafür zahlen.

(via)

Tags: Copyright Music-Industry p2p

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