Playmobil, Urheberrecht und Kultur

08.03.2008 Misc #Copyright

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Ich halte Playmobill ja für das blödere Lego, was aber gar nix mit dem eigentlichen Thema zu tun hat. Playmobil untersagt dem Musiker Plemo die Verbreitung eines von Studenten gedrehten Stop-Motion-Videos, weil man eben irgendwelche Nutzungsbestimmungen hat, die das Zeigen von Playmobil-Figuren im Zusammenhang mit Gewalt, Sex und Drogen untersagt. Nun.

Ich habe dazu eine noch viel weitergehende Meinung, die nicht nur Playmobil oder das Urheberrecht betrifft. Wir müssen uns dazu klar machen, dass das Phänomen Popkultur noch relativ jung ist, ich datiere die ersten Signifikanten Ausprägungen von Popkultur mal auf den Aufstieg der Beatles, oder meinetwegen auch Elvis und sie wurde erst möglich durch die massenhafte Verbreitung von Bildern, sprich: Fernsehen. Playmobil gehört mit Sicherheit zur Popkultur in Deutschland, ich schätze mal so ungefähr jeder einzelne da draußen hat als Kind mit den Figuren gespielt und natürlich hat das Einfluss auf den kulturellen Background von uns allen.

Die Industrie, sei es nun die Musik-Industrie, die Film-Industrie oder eben in diesem Fall die Spielzeug-Industrie lebten sehr lange sehr gut von der Ikonenhaftigkeit ihrer Produkte, seien es nun Transformers, „Let It Be“ oder „Der weiße Hai“ und natürlich werden diese in der heutigen Kunst und Kultur reflektiert. Es ist völlig absurd, dass Mashup-Alben oder eben Musik-Videos mit Playmobil-Figuren aufgrund irgendwelcher willkürlich aufgestellten Nutzungsbestimmungen oder dem Urheberrecht untersagt wird.

Man könnte dem nun entgegenhalten, dass Playmobil natürlich ein Recht auf seine Figuren und die öffentliche Zurschaustellung habe, dem würde ich zustimmen, wenn es um eine kommerzielle Nutzung geht, sprich: wenn es ein offizielles Video wäre, das auf MTV läuft (wenn die mal wieder zur Abwechslung Musik-Videos zeigen würden). So aber handelt es sich um ein Fan-Video, das der Künstler auf seinem Blog zeigen wollte und natürlich muss so etwas möglich sein.

Weitergabe von Kultur, das Mitteilen von Einflüssen, das mashen von Pop waren schon immer und sind essenzieller Bestandteil menschlicher Kreativität. Deshalb kann ich mir Markus' Drei-Worte-Frage-Fazit nur anschließen, bei dem ich das Fragezeichen allerdings mit einem Punkt ersetzen würde:

Copyright kills Culture?

Link zu einem 24-Sekunden-Ausschnitt aus dem Video | Link zum Blog des Künstlers (via)