Merkel vs Obama, die Lüge vs die Hoffnung

Merkel sagt in unten stehendem Video, dass Politiker vor einer Wahl quasi nur Mist erzählen. Das ist zwar wahrlich keine neue Erkenntnis, die so aus dem Mund der deutschen Kanzlerin zu hören, erstaunt dann allerdings doch ein bisschen. Sie könnte sich im Grunde auch gleich hinstellen und erzählen, dass Politiker per se nicht vertrauenswürdig sind und auf einer Skala von Kretin bis Gutmensch dann doch eher als Arschlöcher einzustufen sind.


(Youtube Direktmerkel, via)

Bei so einer völlig desillusionierten Kanzleuse halte ich es lieber mit Mymspro, der hier ganz gut beschreibt, was einen Politiker wie Barack Obama so faszinierend macht:

All die "Pragmatiker", die man hat kommen und gehen sehen wollten uns einreden, es gäbe keine "linke" und keine "rechte" Politik: nur "gute" Politik. Es gäbe nur qualifizierte, weniger qualifizierte und bestens qualifizierte Politiker, um das Land zu regieren. Politik habe "ideologiefrei" zu agieren. Realpolitisch. Und da gäbe es eben nur den "guten" Kurs und alles andere sei Populismus. Am besten wir schaffen die Demokratie ab und bestimmen einen Geschäftsführer von McKinsey.

Ich sage: Bullschit! Eine Politik, die nichts will, ist nichts wert! Eine Politik, die nicht träumt - ja, von einer besseren Welt träumt - ist keine Politik, sondern eine "Verwaltung". Alle Politik muss mit dem Traum anfangen, von einer besseren Welt. Und sie muss daran glauben, diesen Traum in die Tat umzusetzen. "Wer Visionen hat, soll zum Arzt gehen" hat der Schmidt gesagt. "Wer keine hat, soll Buchhalter werden", sage ich.

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(Bild via Obey Giant)

Natürlich wird sich Obama, wenn er denn Präsident werden sollte, erst als dieser Politiker neuen Typs erweisen müssen, den viele in ihm sehen. Und selbst wenn er dann an den realen politischen Zuständen scheitern sollte: er hat es dann immerhin versucht. Und einer, der vor der Wahl sagt: „Yes, we can“ und danach vielleicht scheitert ist mir allemal lieber, als eine Kanzlerin, die sich hinstellt und sinngemäß verkündet: „Politiker lügen nunmal“.

Irgendwie macht mich dieses Fitzelchen Video da oben nicht besonders wütend, sondern eher unendlich traurig. Wut wäre so viel besser, weil dann immer noch irgendeine Saite angehauen wäre. Trauer aber bedeutet Resignation und Politik, die nicht mal mehr wütend macht, kann keine gute sein.

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