Bindings Filmhitliste 2007

23.02.2008 Misc Movies
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2005, 2006

Vorbemerkungen: In die Auswahl einfließen lassen habe ich lediglich Filme, die zwischen dem 1.1. und dem 31.12. 2007 einen offiziellen Kinostart in Deutschland hatten. Da ich aber manche davon schon ein oder zwei Jahre vorher (auf verschiedenen Festivals) sah, kann es leider durchaus sein, dass ich den einen oder anderen schlichtweg vergessen habe. Bei The Host war es zum Beispiel beinahe so.

Viele Filme, die ich eigentlich sehen wollte (beispielsweise King of California, Free Rainer, Enttarnt oder das Halloween-Remake), habe ich verpasst, obwohl ich 2007 insgesamt exakt 108 mal im Kino war. Also fiel auch wieder der ein oder andere sehenswerte Beitrag durch das Raster. Das gilt wohl ganz besonders für Fatih Akins Auf der anderen Seite. Wie immer wird das natürlich irgendwann alles mal auf DVD nachgeholt.

Andererseits gab es diesmal sogar ganze Genres, auf die ich freiwillig komplett verzichtet habe, weil ich sie einfach nicht mehr ertragen kann und nur noch stinklangweilig finde: Fantasyfilme und computeranimierte Trickfilme. Sachen wie Der goldene Kompass, Harry Potter (davon hab' ich sowieso ganz bewusst noch nie einen gesehen!), Ratatouille und Shrek der Dritte hatten bei mir also absolut keine Chance!

Film-Hitliste 2007 (aufsteigend)

 

Ärgerlich (wahllos):

  • Saw 3 und The Hills Have Eyes 2 (reißerisch-voyeuristische Machart jenseits einer guten Horror- oder Thriller-Atmosphäre; völlig uninteressant und langweilig nach Schema F )
  • dass bei Elizabeth - Das Goldene Königreich im Gegensatz zum Vorgänger-Film nicht mehr auf historische Korrektheit geachtet wurde: Cate Blanchett spielte eigentlich eine Über-Fünfzigjährige, und die spanische Armada kreuzte nicht nur ein paar Tage vor England; außerdem war die an Johanna von Orléans angelehnte Inszenierung der Kriegerin Elizabeth völlig daneben und deplatziert, weil England ja gerade gegen den Katholizismus ins Feld zog
  • Next (weil die interessante Grundidee mit den Vorhersagungen kurz bevorstehender Situationen nicht gut genug genutzt und teilweise sogar total dämlich mit Nicolas-Cage-Duplikaten visualisiert wurde, und weil der Film ständig damit spielte, die Zuschauer zu belügen, um damit Überraschungen erzeugen zu können es führte aber leider dazu, dass man sich genervt und verarscht fühlte; außerdem waren die CGI-Action-Szenen billig)
  • Ellen Barkins wenig schmeichelhafte Degradierung (bzw. fast schon Demütigung) im Männer-Ensemble von Ocean's 13
  • die ideologisch fragwürdige Alternative „Frau mit Baby“ oder „sadistischer Homosexueller“ für den männlichen Protagonisten sowie die Beinahe-Tötung neuen Lebens durch den Homosexuellen in Tödliche Versprechen, was Erz-Katholiken in dieser Form wohl sehr frohlocken lässt (an dieser Stelle ein Dank an den Film- und Psychologie-Experten André Götz, dem das zuerst aufgefallen war)
  • Shooting Dogs (gut gemeinter Ruanda-Film, aber nicht drastisch und konsequent genug, und vor allem unverzeihbarerweise nicht aus der Perspektive der afrikanischen Opfer, sondern eines Helfers aus dem Westen)
  • die faschistoide Leni-Riefenstahl-Übermenschen-Ästhetik in Verbindung mit dem soldatischen Heroismus und dem heiligen Ernst von 300 der Film mag ja eine geniale Umsetzung der Comic-Vorlage sein und der Regisseur mag auch noch so oft beteuert haben, damit keine Aussage zur aktuellen politischen Weltlage getroffen zu haben, nur leider wirkt er zwangsläufig halt trotzdem so, und dann eben auch noch auf eine Weise, die eigentlich gar nicht geht!
  • das schlechte Abschneiden von Clint Eastwoods Iwo Jima-Doppelpack an den US-Kinokassen - im Kontrast zum Mega-Erfolg des dazu völlig konträren 300 (was das für die amerikanische Volksseele bedeutet, will ich lieber erst gar nicht wissen)
  • das schlechte Abschneiden von Die Ermordung des Jesse James durch den Feigling Robert Ford an den US-Kinokassen - trotz Brad Pitt
  • nicht die grundsätzliche Idee, aber das verschenkte Potenzial und die kindisch bis dämliche Art der Inszenierung von Transformers , die den Film absolut lächerlich und ungenießbar für erwachsene Zuschauer mit Hirn machte; außerdem die im krassen Widerspruch zur offensichtlich anvisierten Hauptzielgruppe der Kinder stehenden martialisch-brutalen Kriegsszenen
  • dass Tarantino offensichtlich nur noch um sich selbst und sein Universum kreisen kann und gar keine normalen Filme mehr hinbekommt
  • Alien vs. Predator 2 (der mit Abstand schlechteste Film im Alien/Predator-Universum, weil er total lieblos und ohne Augenmerk auf interessante Details inszeniert wurde, nur sinnlos-uninteressante sowie viel zu schnell geschnittene Actionszenen bietet und aus dem Zusammentreffen mit den Menschen auf der Erde überhaupt nichts macht)
  • Von Löwen und Lämmern (zwar bemüht sich Robert Redford als Regisseur, die verschiedenen Zugänge zum Thema quasi neutral nebeneinander zu stellen, aber dabei verlässt er leider trozdem nie die amerikanisch-patriotische Sichtweise der Dinge, und der pathetische Ehrenscheiß mit den sterbenden US-Soldaten in Afghanistan war dann wirklich das Allerletzte; außerdem spielte Tom Cruise mal wieder nur Tom Cruise, und Meryl Streep verhält sich in ihrer Rolle als professionelle Journalistin total unglaubwürdig)

 
Enttäuschungen und vergeigte Filme (wahllos):

  • Lady Vengeance (als Park-Chan-Wook-Film sehr schwach; war versehentlich bereits in meiner Liste vom Vorjahr)
  • Bordertown (gut gemeint, aber nicht gut; Jennifer Lopez total überfordert)
  • Mein Führer (Helge Schneider in der Titelrolle war zwar genial, aber irgendwie hat der Film vor allem als Komödie überhaupt nicht funktioniert bzw. war nicht radikal genug)
  • Der gute Hirte (ambitioniert, aber stinklangweilig; Matt Damon wenig überzeugend und blass)
  • Das Spiel der Macht (ambitioniert und mit einem gewohnt guten Sean Penn, aber stinklangweilig)
  • Pathfinder (seelenlos, uninteressant und langweilig)
  • Vollidiot (viel zu harmlos - vor allem als Pocher-Film)
  • Ghost Rider (ein werwolfartig sich verwandelnder Mann, der mit brennendem Totenschädel Motorrad fährt? Genau: einfach nur lächerlich!)
  • Sunshine (interessantes Thema, aber zu durchschnittlich und teilweise sogar lächerlich umgesetzt; von Danny Boyle hätte ich mehr erwartet vor allem wenn mit Solaris und Event Horizon bereits eindeutig bessere SciFi-Filme zu ähnlichen Crew- und Pycho-Konstellationen vorliegen)
  • Hostel 2 (zwar wesentlich besser als der Vorgänger, aber dennoch zu trashig)
  • Pirates of the Carribean 3 (wieder ein Rückschritt im Vergleich zum Vorgänger; und ich verstehe nach wie vor nicht, was - abgesehen von Johnny Depp - an diesen Filmen so toll sein soll)
  • Fluch der goldenen Blume (abgesehen von der genialen Farbästhetik nach Hero und House of Flying Daggers fast automatisch eine Enttäuschung, weil furiose Kampfszenen und -Choreografien fehlten; außerdem stieß mir die offensichtlich gewollte Anbiederung an westliche bzw. kurosawamäßige Shakespeare-Dramen übel auf)
  • The Messengers (Geister-Standard ohne Überraschungen; Asien und Hollywood wollen nicht recht zusammenpassen)
  • Die Vorahnung (langweiliger und völlig uninteressanter Mystery-Kitsch; mich würde mal interessieren, ob es Frauen gibt, die ihn gut fanden wenn ja, ist das ein ebenso seltsames Mystery-Erlebnis für mich)
  • Wächter des Tages (bietet absolut nichts, was nicht schon Wächter der Nacht geboten hätte, der abgesehen davon auch viel innovativer und kreativer war)
  • Planet Terror (als Zombie-Film uninteressant und als Trash-Bombe zu unblutig)
  • Die Fremde in dir (so sollte man es nicht machen, denn hier wird Selbstjustiz gerechtfertigt und gutgeheißen. Roland Kochs Lieblingsfilm, vermute ich)
  • Hitman (das konnte John Woo - und auch Produzent Luc Besson selbst - bereits vor Jahren wesentlich besser!)
  • The Good German (Soderberghs Privatobsessions-Lehrstunde in 1A-Langeweile)
  • Number 23 (Joel Schumachers Lehrstunde in Sachen „Wie degradiere ich ein faszinierendes Thema zum spannungsarmen Mystery-Schrott“; wie es besser geht, zeigte bereits vor Jahren der deutsche Film 23!)
  • Schwerter des Königs (okay, Uwe-Boll-Filme sollte man grundsätzlich meiden, aber der Wahnsinns-Cast mit Jason Statham, Ben Kingsley, Ray Liotta, Claire Forlani und Ron Perlman war einfach zu verlockend)
  • Die Legende von Beowulf (trotz des Besuchs eines 3D-Kinos konnte ich diesem lächerlichen Billigmist - der natürlich trotzdem teuer war - absolut nichts abgewinnen; und wie sinnvoll ist es eigentlich, gute Schauspieler als CGI-Version von sich selbst auftreten zu lassen? Eben!)

 
Das Schattenreich des Sowohl-Als-Auch (alphabetisch):

  • Alpha Dog (als reine DVD-Premiere wäre er bemerkenswert gewesen, im Kino wirkte er trotz Potenzial eher nur durchschnittlich)
  • Die Aufschneider (ganz nett, aber viel zu harmlos und meilenwert entfernt von der Qualität und dem Witz des Kurzfilm-Vorgängers Das Taschenorgan)
  • Black Book (als Paul-Verhoeven-Film zwar typisch, aber eher als Rückschritt zu seinen holländischen Filmen vor Hollywood; einige vulgäre Szenen wollten nicht so recht zum ernsthaften Thema passen und hinterlassen einen zwiespältigen Eindruck)
  • Breaking & Entering (wirkte wie ein Fernsehfilm und war trotz guter Besetzung irgendwie blutleer; wäre als reine DVD-Premiere besser gewesen)
  • Für den unbekannten Hund (ästhetisch interessantes, aber arg konstruiertes und teils auch naives Sühne-Drama, das die Tippelbruder-Elemente nur als exotische Bereicherung einbindet und eigentlich nichts draus macht)
  • Inland Empire (so dermaßen typisch Lynch, dass es schon wieder schwer erträglich wird; für Fans in der richtigen Stimmung auf jeden Fall sehenswert, aber drei Stunden waren einfach trotzdem zuviel des Guten)
  • Letters from Iwo Jima (im direkten Vergleich mit Flags of our Fathers fand ich ihn enttäuschend, weil hier das übergeordnete Thema fehlte und es „nur“ darum ging, wie Individuen den Krieg erleben bzw. wie egal dem kriegführenden Staat diese Individuen sind)
  • Ocean's 13 (immer noch cool und witzig sowie sogar teilweise experimentell inszeniert, aber halt andererseits auch nur wieder ein weiterer Aufguss bereits bekannter Versatzstücke mit Langweiler-Faktor)
  • Shooter (gute Besetzung und faszinierende Einblicke ins Scharfschützen-Handwerk, aber zu 08/15-mäßig inszeniert und daher leider nur eine Art Bourne-Film für Arme; wäre als reine DVD-Premiere besser gewesen)
  • Smokin' Aces (gute Action, gute Schauspieler und interessante Krimi-Story, aber letztlich doch nur allzu offensichtliche Möchtegern-Coolness ohne Seele)
  • Spider-Man 3 (immer noch gute Laune verbreitend und interessant, aber diesmal steckte einfach zuviel drin: gleich drei Gegenspieler auf einmal und noch der Kampf gegen das Böse in sich selbst; außerdem waren viele Action-Szenen zu hektisch geschnitten)
  • Todeszug nach Yuma: Klasse Rollen für Russell Crowe und Christian Bale in einem Western-Remake, das Spaß macht und Niveau hat, aber künstlerisch nicht zu überzeugen vermag)
  • Tödliche Versprechen (sehr interessant und vom Schauspielerischen her sehenswert, aber als Cronenberg-Film trotzdem eine Enttäuschung, jedenfalls hat mir A History of Violence viel besser gefallen, weil er nicht so mainstreamig, aber dafür subversiver und „witziger“ war; die Gewaltszenen - vor allem den Nackedei-Kampf im Badehaus - fand ich zwar klasse, aber der Film hatte sie meiner Meinung nach gar nicht nötig; am interessantesten waren eigentlich die Subtext-Themen „Vater-Sohn-Beziehungen“ und „latent homosexuelle Männer-Beziehungen“. Andreas Dosch hat es im Journal Frankfurt auf den Punkt gebracht, finde ich: „David Cronenberg scheint sich in London verlaufen zu haben“. Im Folgenden zitiere ich einfach mal einen anderen Kino-Experten aus meinem Bekanntenkreis namens André Götz, weil er mir aus der Seele spricht: „Der gesamte Handlungsstrang mit Naomi Watts war ... schwach und die Baby-Rettungsgeschichte auf konventionellem Krimilevel. ... Mein Alternativvorschlag wäre ganz klar gewesen, den Film mit drei- oder vierfachem Budget als 130min-Gangsterepos zu drehen und auf weibliche Figuren komplett zu verzichten.“ So in etwa The Departed mit schwulem Subtext. Das wärs gewesen!)
  • Video Kings (Bonuspunkte für ein sympathisches No-Budget-Projekt mit Punk-Attitüde und Cineasten-Touch, aber Abzüge beim konkreten Niveau und beim Coolness-Faktor)
  • Zimmer 1408 (ordentlich und solide, aber auch ein wenig zu öde und am Ende zu übertrieben)
  • Zodiac (gute Aufarbeitung des Stoffes mit guten Schauspielern; auch schön nüchtern-bedrohliche Grundatmosphäre, aber als David-Fincher-Film doch irgendwie enttäuschend - vor allem nach erneuter Sichtung)

 

Gute Filme (mit Abstrichen und Einschränkungen), alphabetisch:

  • American Gangster (ein klasse Oldschool-Retro-Krimi mit genialem Seventies-Flair, der organisiertes Verbrechen als eine Business-Art unter vielen darstellt und das Ganze noch als typisch amerikanische Vom Tellerwäscher zum Millionär-Story erzählt; aber Ridley Scott hat schon Besseres geliefert - zumal die Geschichte des schwarzen Mafioso letztlich nur eine wenig originelle Variante von Der Pate meets Scarface ist und Michael Mann den Film hinsichtlich der Männer-Beziehung zwischen Cop und Gangster sicher noch besser hinbekommen hätte)
  • Blood Diamond (ziemlich harter Tobak und klare Worte in Richtung afrikanische Zustände und Schuld des Westens)
  • Catch a Fire (gutes Apartheids-Drama)
  • Death Proof (die kürzere Grindhouse-Variante wäre knackiger gewesen; leider wird vor allem in der ersten Hälfte einfach zuviel gelabert)
  • 300 (die Farb- und Comic-Ästhetik sowie die Kämpfe waren absolut genial, aber siehe oben)
  • Elizabeth - Das Goldene Königreich (Cate Blanchett, Clive Owen, Geoffrey Rush, die Kostüme und die Ausstattung waren genial, aber es gab eindeutig zuviele Nebenhandlungen bzw. Handlungsaspekte, sodass der Film hektisch gerafft, mit heißer Nadel zusammengestrickt und sprunghaft wirkte; außerdem siehe oben)
  • Hallam Foe (sehr interessant und überraschend freizügig, aber zu konstruiert)
  • Inland Empire (aber: siehe oben)
  • Letters from Iwo Jima (als Solo-Film; aber: siehe oben)
  • Der letzte König von Schottland (schauspielerisch von Forest Whitaker etwas zu dick aufgetragen, aber auf jeden Fall sehr interessant)
  • Little Children (wenn das Ende nicht so reaktionär und enttäuschend gewesen wäre, hätte er es eine Kategorie weiter nach vorne geschafft!)
  • Mitten ins Herz (Drew Barrymore und Hugh Grant machen zusammen einfach Spaß!)
  • Paris, je t'aime (guten und sehr guten Episoden von unter anderem Tom Tykwer und den Coen-Brüdern stehen weniger gute bis miese gegenüber)
  • Resident Evil: Extinction (nach dem grottenschlechten Vorgänger ein wahrer Lichtblick, der schlicht und einfach als purer Genrefilm Spaß macht)
  • Shoot 'Em Up (wenn man ihn unkritisch als Fun-Spektakel betrachtet)
  • Shoppen (unterhaltsamer Ensemble- und Debüt-Film, der die Abgründe von Teilnehmern eines Speed-Dating-Events bloßlegt)
  • Tagebuch eines Skandals (vor allem schauspielerisch interessanter Thriller über den Themenkomplex Liebe, Feundschaft, Macht und Begierde)
  • The Fountain (dieser Film bewegt sich inhaltlich auf höchstem Niveau und ist in der Tat in mehrerlei Hinsicht eine Art Nachfolger von Kubricks 2001; leider aber verliert er sich teilweise in kosmologischem Kitsch; ob die Zukunfts-Elemente innerhalb der Geschichte als Fiktion oder als Tatsache gedacht sind, ist für mich der springende Punkt bei der Bewertung, das stellt der Film aber selbst nicht klar)
  • The Hitcher (unabhängig von der Frage, ob's ein gutes Remake ist, ein zielstrebig böser Film ohne großartige Teenie-Zugeständnisse, der als Genrefilm Spaß macht)
  • The Host (außergewöhnlicher Monsterfilm, der gleichzeitig ein Familiendrama ist und gesellschaftskritisch-politische Ambitionen hat)
  • The House is Burning (kein neuer Kids und auch kein neuer Mean Streets, aber dennoch mit beiden Vorbildern vergleichbar)
  • The Invasion (trotz widrigster Geschichten vom Dreh und der Produktion noch ziemlich gelungen, finde ich, aber trotzdem kein Vergleich zu den Vorgängern)
  • The Kingdom (überraschend kritischer und realistischer US-Actionthriller zum Thema „Kampf gegen den Terror“, der Fehler der USA eingesteht)
  • 30 Days of Night (interessanter und zielstrebiger Vampir-Terror mit knüppelharten Splatter-Einlagen, der keine Kompromisse eingeht und nicht in erster Linie auf Teenies gemünzt ist)
  • Three Burials (für meinen Geschmack ein wenig zu lakonisch und trocken, aber eben auch absurd-witzig und vor allem von Tommy Lee Jones erkennbar mit Herzblut gespielt und gemacht)
  • Trade - Willkommen in Amerika (nicht ganz gelungen und mit Kevin Kline irgendwie fehlbesetzt, aber ein sehr wichtiges Thema aufgreifend und einigermaßen akzeptabel und niveauvoll umgesetzt)
  • Zodiac (aber: siehe oben)
  • 2 Tage Paris (wenn Julie Delpys Figur nicht so nervig und überdreht gewesen wäre, hätte es die französisch-amerikanische Culture-Clash-Liebeskomödie sogar eine Kategorie weiter nach vorne geschafft!)

 

Sehr gute Filme (ohne Abstriche), alphabetisch:

  • Anderland (Kafka und Lynch auf einmal)
  • Death Sentence (trotz Selbstjustiz-Thema und krasser (Gewalt-)Darstellung subtil und kritisch)
  • Gone Baby Gone (ein Film, der den Zuschauer mit dem Protagonisten in die Zwickmühle führt und ihn mit einem moralischen Dilemma zurücklässt, das langes Nachdenken bewirkt vor allem, wenn sich am Ende andeutet, dass sich die mutige Entscheidung der Hauptfigur im Real Life dann eventuell doch wieder als nicht unbedingt funktionsfähig erweist; auf jeden Fall Hut ab vor Ben Afflecks Regie-Debüt, das fern vom gewohnten Hollywood-Style sehr authentisch und engagiert wirkt)
  • Hannibal Rising (ich kann verstehen, wenn man ihn als Prequel zu Hannibal Lectors späterem Wirken als ein wenig enttäuschend empfindet, aber für mich hat er da durchaus Sinn ergeben und als eigenständiger Film auch überraschend interessant und überzeugend gewirkt)
  • Die Fälscher (interessantes KZ-Drama, das zwickmühlenartig die Frage verhandelt, wie opportunistisch man als Nazi-Opfer sein kann bzw. darf)
  • Leroy (eine Teeniekomödie über einen Afro-Deutschen, der sich in die Tochter einer Neonazi-Familie verliebt? Jawoll, das funktioniert und sogar auf ziemlich intelligente Weise!)
  • Persepolis (ästhetisch bemerkenswertes, erfrischend freches, politisch ambitioniertes und interessantes Plädoyer für liberales Denken und Leben; CGI-Trickfilme sind out, es lebe der Erwachsenen-Zeichentrickfilm!)
  • Salvador - Kampf um die Freiheit (engagierter und ziemlich an die Nieren gehender Film über die Sinnlosigkeit der Todesstrafe)
  • Die Simpsons - Der Film (dazu braucht man wohl nix zu sagen)
  • Stirb langsam 4.0 (ich fand ihn superunterhaltsam und auf die genau richtige Weise modernisiert)

 

Meine absoluten Highlights 2007, alphabetisch:

  • Bobby (vor Stars überquellender Ensemble-Film, der es auf interessante und intelligente Weise versteht, ein leitmotivisches Thema mit individuellen Schicksalen zu verknüpfen und damit starke Zeichen gegen Rassismus und antiliberale Gesinnungen zu setzen)
  • Das Bourne Ultimatum (diese Reihe toppt sich wirklich wieder jedesmal selbst!)
  • Die Ermordung des Jesse James durch den Feigling Robert Ford (eindeutig der beste (Anti-)Western seit Erbarmungslos mit ganz eigentümlich melancholisch-bedrohlicher Grundatmosphäre und genialen Schauspieler-Leistungen; außerdem das Verhältnis von Stars und nacheifernden Fans als Sub-Thema)
  • Flags of our Fathers (unpathetische Intellektuellen-Version von Der Soldat James Ryan und Eastwoods gelungenerer Iwo Jima-Film, weil er vielschichtiger ist und soldatisches Heldentum sowie nationale (US-)Heiligtümer konsequent demontiert)
  • Machtlos (ein erfrischend kritischer Film über die verabscheuungswürdigen und heuchlerischen Verhör- und Foltermethoden der USA, der am Ende einen gewagten Twist einbaut, mit dem er seine Message aber auf verblüffend sinnige Weise dramaturgisch nochmal doppelt unterstreicht / Hinweis: Meine Wertung hat absolut nichts damit zu tun, dass ich im Marokko-Urlaub bei den Dreharbeiten kurz zugesehen habe!)
  • Mr. Brooks (äußerst interessanter und intelligenter Serienkiller-Film, der das Thema mal völlig anders als sonst angeht und mit Kevin Costner in der Titelrolle noch dazu absolut gegen den Strich besetzt ist)
  • Pans Labyrinth (politischer Fantasy-Film mit Niveau für Erwachsene und einfach eine Klasse für sich)
  • Prestige - Die Meister der Magie (absolut faszinierendes Mystery-Rätselfilm-Drama, das auf selbstreferenzielle Weise das Wesen der Illusion cineastisch und dramaturgisch auslotet)
  • Schräger als Fiktion (Kino und Literatur gehen eine selbstreferenzielle Liaison ein und liefern den Beweis dafür, dass es auch noch niveauvolle Komödien gibt)
  • 28 Weeks later (zwar anders als sein Vorgänger, aber nicht unbedingt schlechter: genial bedrohliche Atmosphäre mit geilem Soundtrack; außerdem auch als Irak-Kommentar zu lesen)

 

Explizitere Liste:

  • Bester ausländischer Film: gleichermaßen Flags of Our Fathers (inhaltlich) und Die Ermordung des Jesse James durch den Feigling Robert Ford (atmosphärisch)
  • Bester deutscher Film: gleichermaßen Die Fälscher und Shoppen (einmal ernst, einmal komödiantisch)
  • Beste Regie: gleichermaßen Christopher Nolan (Prestige - Die Meister der Magie) und Darren Aronofsky (The Fountain)
  • Bester Actionfilm: Stirb langsam 4.0
  • Bester Horrorfilm: 28 Weeks later
  • Beste Komödie: Schräger als Fiktion (Anspruch) und Hot Fuzz (Spaß)
  • Bester Dokumentarfilm: Ich muss leider schamhaft zugeben, dass ich trotz interessanter Titel dieses Jahr keinen einzigen gesehen habe
  • Beste Schauspielerin (int.): Cate Blanchett (Elizabeth - Das goldene Königreich, Tagebuch eines Skandals), gefolgt von Rachel Weisz (The Fountain)
  • Beste Schauspielerin (dt.): ich sag' mangels echter Alternativen mal Nina Hoss, obwohl ich Yella und Das Herz ist ein dunkler Wald leider (noch) gar nicht gesehen habe
  • Bester Schauspieler (int.): Sam Rockwell und Casey Affleck (Die Ermordung des Jesse James durch den Feigling Robert Ford), gefolgt von Forest Whitaker (Der letzte König von Schottland)
  • Bester Schauspieler (dt.): August Diehl in Die Fälscher
  • Vielversprechendste Nachwuchs-Schauspielerin: Danielle Panabaker (spielt die Tochter in Mr. Brooks)
  • Vielversprechendster Nachwuchs-Schauspieler (wenn auch eigentlich schon ein alter Hase ): Casey Affleck (Die Ermordung des Jesse James... , Gone Baby Gone), gefolgt von Gaspard Ulliel (Hannibal Rising)

 

Kleine Sahnehäubchen I

Sondernennung der kreativsten Filme des Jahres:

  • Pans Labyrinth (für alle Märchen-Elemente, die lebende Alraune und das kinderfressende Monster)
  • Schräger als Fiktion (für die selbstreferenziellen Spielereien zwischen Literatur und Film)

 

Kleine Sahnehäubchen II

Sondernennung der bizarrsten Filme des Jahres:

  • Anderland (die kuriose Story ist sogar vergleichbar mit Kubricks 2001 , weil die ganze Sache bis zum noch viel rätselhafteren Schluss ein einziges unerklärtes Mysterium bleibt)
  • Darjeeling Limited (diese Art von Humor habe ich selbst als Tiefseetaucher-Fan nicht wirklich verstanden)
  • Inland Empire (wir befinden uns offensichtlich direkt in Mr. Lynchs Hirn)
  • The Fountain (2001 lässt abermals grüßen, diesmal aber die kosmologischen Aspekte)

 

Kleine Sahnehäubchen III

Unterschätzt:

  • Lonely Hearts Killers (teilweise überraschend unkonventioneller Film-Noir-Krimi, der auch wirklich in den Vierzigern spielt - starbesetzt mit unter anderem John Travolta und Salma Hayek)
  • The Contract (Morgan Freeman gegen John Cusack in einem überdurchschnittlich interessanten Thriller)

 

Kleine Sahnehäubchen IV

Bindings Mut-Award (wahllos):

  • Sharon Stone als (maskenbildnerisch!) verfettetes Psycho-Wrack am Ende von Alpha Dog
  • Judi Dench nackt in einer Badewannen-Szene in Tagebuch eines Skandals , also total realistisch und unbeschönigend - wie eben Körper von Frauen jenseits gängiger Schönheitsideale im Alter nunmal aussehen
  • die ebenfalls nicht mehr ganz junge Alice Krige nackt in Lonely Hearts Killers - im Unterschied zu Judi Dench aber alles andere als füllig
  • Salma Hayek als unmoralisch-fieses Killer-Luder in Lonely Hearts Killers
  • die unverkrampft-komödiantische Handhabe des Bloßstellens von Neonazi-Gedankengut in Leroy
  • der absolute Wille zur reinen Baller-Ästhetik und -Kinetik von Shoot 'Em Up
  • die krude Genre-Mixtur in The Host
  • der kosmologisch-verrätselte Gesamtentwurf von The Fountain
  • Wotan Wilke Möhring mit ultraprolliger Rollplatten-Vokuhila-Frisur in Video Kings

 

Kleine Sahnehäubchen V

Die bezauberndsten Auftritte (wahllos):

  • Maggie Gyllenhaal als coole Bäckersfrau in Schräger als Fiktion
  • Cate Blanchett als Johanna-von-Orléans-Verschnitt mit wehenden langen Haaren in glänzender Ritterrüstung auf einem Pferd in Elizabeth - Das Goldene Königreich
  • Rosario Dawson in Death Proof (vor allem wegen ihrer Frisur und ihrem lockeren Outfit)

 

Kleine Sahnehäubchen VI

Die quälendsten Film-Momente 2007:

  • Gewalt und Terror: die langwierige und erst beim Wiederholen funktionierende Exekution des Protagonisten mit der Halsschraube in Salvador - Kampf um die Freiheit; die geniale Zeitlupen-Unfall-Sequenz am Ende des ersten Kapitels von Death Proof
  • Generve: Transformers
  • Lächerliches: der kindisch-dämliche Humor in Transformers, allzu männliches Helden-Gehabe in 300, der Silver Surfer im entsprechenden Fantastic Four-Film, der Freddy-Krueger-Lookalike-Psychopath in Sunshine
  • fast alles, was bereits unter ärgerlich genannt wurde, und vor allem die kompletten Filme Schwerter des Königs, Saw 3, The Hills Have Eyes 2, Aliens vs. Predator 2 und Die Legende von Beowulf (weil sie gleichzeitig langweilten UND nervten)

 

Kleine Sahnehäubchen VII

Meine absoluten Lieblingssequenzen des Jahres - wahllos und unabhängig vom genannten Film selbst:

  • das Verwirrspiel mit mehreren getarnten Scharfschützen im Schnee am Ende von Shooter und wie Mark Wahlberg dabei Elias Koteas zuerst die Schrotflinte kaputtschießt und dann dessen ganzen Arm wegballert
  • der Päderast im Freibad-Schwimmbecken inmitten von Kindern, die hysterische Evakuierung des Beckens nach seiner Entdeckung sowie dessen an Wahnsinn grenzende Verzweiflung nach dem Tod seiner Mutter in Little Children
  • Nachdem die neuen Opfer in Hostel 2 eingecheckt haben, werden ihre Reisepass-Daten sofort online gestellt und weltweit zur Versteigerung freigegeben; verschiedene Männer geben daraufhin inmitten ihres Alltagslebens (teilweise am Frühstückstisch mit der Familie!) Angebote ab, um die jungen Leute foltern und ermorden zu können.
  • die surrealistische Wüsten-Sequenz mit Johnny Depp im Zwischenreich von Pirates of the Carribean 3 und die Art, wie das britische Schiff am Ende von zwei Seiten aus in Kleinteile zerbombt wird (eine der ästhetisch geilsten Actionszenen ever ist zu sehen, wenn der britische Kapitän von vorne betrachtet in Zeitlupe übers Deck schreitet und direkt hinter ihm das kanonenkugelzersiebte Holzsplitter-Inferno schrittweise nachrückt - wow!)
  • die an grelles Plexiglas und Zuckerstangen erinnernden Farben, die Ausstattung und die Sets von Fluch der goldenen Blume sowie die Sequenz, in der sich Ninja-Kämpfer von oben auf ein burgartiges Anwesen abseilen
  • die Hommage an Hitchcocks Die Vögel in Resident Evil: Extinction
  • die cool-souveräne Art, wie David Bowie als Nicola Tesla in Prestige - Die Meister der Magie unter zuckenden Blitzen plötzlich in seinem Labor auftaucht und seinen Besucher begrüßt
  • Als in Die Simpsons eine Art Apokalypse für Springfield droht, rennen alle Leute aus der Kirche und aus der Kneipe auf die Straße - um sich eine Sekunde danach in das jeweils andere Gebäude zu flüchten.
  • Der Protagonist in Hallam Foe, der zuvor ständig seine Angebetete durch das Dachfenster (unter anderem beim Liebesspiel mit einem Konkurrenten) beobachtet hat, bandelt mit ihr an, hat Sex mit ihr und entdeckt dabei beim Blick durch das Dachfenster plötzlich sich selbst auf dem Dach beim Beobachten der Szene.
  • fast alle Bruce-Willis-Sprüche in Stirb langsam 4.0 und speziell seine Abneigung gegen die Kung-Fu-Schlampe, die man ja als Oldschool-Statement gegen zuviel Martial Arts in Hollywood-Actionfilmen sehen kann
  • das finale Zu-Tode-Prügeln von Stuntman Mike durch die drei Frauen in Death Proof
  • die archaische Rohheit von Death Sentence
  • der Alptraum des Serienkiller-Protagonisten in Mr. Brooks, in dem er von seiner eigenen Tochter abgemurkst wird, die ebenfalls Killergene geerbt hat
  • der Protagonist in Leroy gibt einer jüngeren deutschen Schülerin Nachhilfe und bemerkt, dass sie so dämlich ist, dass sie noch nicht mal ihre eigene Sprache richtig beherrscht
  • die Scharfschützen-Sequenz in 28 Weeks later, wenn die Soldaten aufgrund der chaotischen Situation den Befehl bekommen, auf alles zu schießen, was sich bewegt - es werden also nicht nur Zombies unschädlich gemacht, sondern auch die vor ihnen flüchtenden Menschen getötet
  • das Hubschrauber-Rotor-Gesplatter in 28 Weeks later (Riesen-Gaudi!)
  • die Karotten-Hilfskonstruktionen beim Killen und die geniale Lösung, trotz gebrochener Finger noch schießen zu können in Shoot 'Em Up
  • die filmische Handkamera-Rasanz, die Das Bourne Ultimatum zum physischen Erlebnis macht, sowie der Spaß am Austricksen eines übermächtigen Systems; beides kam perfekt zusammen in der Londoner Bahnhof-Sequenz, die noch dazu im Hinblick auf die wohl am besten video-überwachte Stadt der Welt geradezu subversiv war
  • das Monster-Design und die ultrarealistische Uferpromenaden-Sequenz von The Host, wenn das Vieh zum ersten Mal zuschlägt, wahllos Menschen jagt und damit Panik und Chaos erzeugt, wie es kaum authentischer sein könnte
  • Flags of our Fathers: eine vermeintliche Kriegsszene entpuppt sich als inszeniertes Show-Spektakel in einem Stadion; ein Soldat trifft die Mutter eines getöteten Kumpels und kann nicht mehr aufhören zu weinen; Soldaten lachen über einen Kumpel, der auf hoher See über Bord gegangen ist, realisieren aber kurz danach, dass niemand anhalten wird, um ihn zu retten
  • das perfekte Achtziger-Fake-Video in Mitten ins Herz
  • die flammende Rede der Königin für den Kampf gegen die katholische Tyrannei sowie die Unterwasser-Szenen während der Seeschlacht in Elizabeth - Das Goldene Königreich
  • das völlig absurde Verkaufsgespräch eines ernsthaft agierenden Vertreters mit dem total zugeknallten Protagonisten in Last Days
  • der Tod des Conquistadoren nach dem Trinken der Flüssigkeit vom Baum des Lebens (Pflanzen quellen sekundenschnell aus ihm hervor) sowie die psychedelischen Kosmos-Effekte in The Fountain - zumal sie ohne Computerbearbeitung mit Flüssigkeiten erzeugt wurden
  • Bruce Campbells Cameo-Auftritt als französischer Kellner und die Idee mit dem Eisenstangen-Geklingel, das die schwarze Gülle niederringt, in Spider-Man 3