Who wants to live forever? Reloaded

Neulich habe ich mir erst Gedanken über Unsterblichkeit und Genetik und über das Erreichen des ersteren durch letzteres gemacht, da kommt mir heute dieses Interview mit Ray Kurzweil unter, in dem es um genau dasselbe geht:

Bis vor kurzem hatten wir keine Möglichkeit, die scheinbare Zwangsläufigkeit von körperlichem Verfall und Tod aufzuheben. Unser Bewusstsein kommt uns jedoch nicht vergänglich vor, sondern scheint dauerhaft. Trotzdem müssen wir beobachten, dass Menschen sterben. Also haben wir verschiedene Theorien entwickelt, warum sie, auch wenn ihr Leben zeitlich begrenzt scheint, in Wahrheit ewig leben: durch Wiedergeburt, in einem ewigen Leben im Himmel oder im Gedächtnis der Nachfahren. Und wir erdenken philosophische Gründe, warum der Tod etwas Positives und Befreiendes ist und es nicht gut wäre, das Leben ins Unendliche zu verlängern.

Die Verdrängung der Tatsache, dass der Tod eine unermesslich schreckenerregende Vorstellung ist - ganz zu schweigen von dem Leiden, das damit einhergeht -, ist weit verbreitet. Wir hängen an unseren Rationalisierungen, die es uns erlauben, im Angesicht der heraufziehenden Tragödie weiterzumachen. Solange wir keine Alternative hatten, war das vernünftig. Heute haben wir allerdings eine Alternative. Auch wenn wir die nötigen Mittel noch nicht zur Hand haben, besitzen wir doch das Wissen, wie wir bis zu dem Zeitpunkt leben können, an dem sie zur Verfügung stehen werden. Mit dem heutigen Wissen können selbst Angehörige meiner Generation in fünfzehn Jahren noch bei guter Verfassung sein. Dann wird es möglich sein, unser biologisches Programm durch Biotechnologie zu modifizieren, was uns lange genug leben lassen wird, bis uns die Nanotechnologie befähigt, ewig zu leben.

Link (via)