Der Amazon MP3 Store wird international und Lawrence Lessig auf der Midem in Cannes

"Wir haben Tausende E-Mails von Amazon-Kunden aus aller Welt erhalten, die wissen möchten, wann Amazon MP3 außerhalb der USA verfügbar sein wird. Sie können es kaum erwarten, die größte Auswahl an hochwertigen, günstigen DRM-freien MP3 Downloads nutzen zu können, die auf geradezu jeder ihrer heutigen oder zukünftigen Musikabspielvorrichtungen abspielbar sind", sagte Bill Carr, Amazon.com Vice President Digital Music. "Wir freuen uns, unseren Kunden heute mitteilen zu können, dass Amazon MP3 in diesem Jahr international wird." (Welt.de, via)

Das, zusammen mit dem Streaming-Angebot von LastFM, wird iTunes enormen Druck machen und könnte sogar den P2P-Systemen Konkurrenz machen. Weil es auf einmal genauso einfach ist, für einen Song ohne DRM zu zahlen, wie ein Torrent runterzuladen. Ein neues Album von Dings? Auf LastFM schonmal vorhören. Okay, fünf der zehn Songs sind richtige Knaller, da geh ich doch mal schnell zu Amazon und kauf mir diese fünf Songs und bestelle gleich noch die DVD dieses Films, den ich mir vor einem halben Jahr runt besorgt habe.

Okay, an dem zweiten Teil arbeiten wir dann nochmal ein bisschen, liebe Entertainment-Industrie. Aber eins ist sicher: 2008 bleibt spannend. Weil die Industrie langsam im Netz anzukommen scheint, so interpretiere ich jedenfalls die Tatsache, das man jemanden wie Lawrence Lessig auf der Midem in Cannes sprechen lässt.

Ohne bessere Lizensierungsmöglichkeiten für Peer-to-Peer-Dienste und eine Reform des Urheberrechts geht es nicht mehr, sagte der Urheberrechts- und Cyberlaw-Experte Lawrence Lessig auf der weltgrößten Musikmesse Midem in Cannes. Mit dem Urheberrecht aus dem 19. Jahrhundert könne man heute nicht mehr wirtschaften. Lessig rief die Industrie, die erstmals den renommierten Kritiker nach Cannes eingeladen hatte, zu einem Wandel auf.

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Die übertriebenen Forderungen und vor allem die "Urheberrechtskriege", mit denen die Unterhaltungsindustrie die Nutzer, vor allem Jugendliche überzogen habe, hätten in den vergangenen Jahren zu einer Radikalisierung geführt. "Dieser Krieg ist nicht zu gewinnen", sagte Lessig, "glauben Sie mir, ich bin Amerikaner, ich kenne mich aus damit."

Die Industrie müsse auch anerkennen, dass es keine Möglichkeit geben, die Technik, die die Möglichkeiten zur massenhaften Verbreitung eröffne, abzustellen, "man kann sie allenfalls kriminalisieren." Hätte die Industrie schon vor Jahren Peer-to-Peer-Dienste lizensiert, statt sie zu bekriegen, hätten Künstler bereits heute viel mehr Geld verdient, sagte Lessig. Gesetzliche Änderungen und bessere Lizenzbedingungen seien aber weiter vordringlich. (heise.de)

Sag ich doch.