Roland Kochs Sparkurs verursacht Jugendgewalt

Roland Koch macht ja grade Wahlkampf auf Kosten von benachteiligten Jugendlichen, die dermaßen schlechte Perspektiven haben, dass sie wahllos auf alles draufhauen, was ihnen unter die Fäuste kommt. Hatten wir hier alles schon zu genüge.

Wie dieser Roland Koch genau diese Situation, die wohl nicht nur für Hessen zutreffen dürfte, herbeigeführt hat, indem er Einsparungen Streichungen auf Null genau bei den Angeboten abnickte, die notwendig sind, um Jugendlichen eine Aussicht auf ein besseres Leben jenseits von Straße und Gewalt zu bieten, kann man ganz vorzüglich in diesem Artikel nachlesen. Sehr erhellend, auch wenn (oder besser: grade weil) er etwas länger ist, der Artikel.

In der eher dunkelschwarzen Preußischen Allgemeinen Zeitung verkündete Koch dazumals: "Lasst uns in einem Bundesland, für das ich Verantwortung trage, die Erfahrungen der Amerikaner ausprobieren." Und das heißt: Jeder kann es schaffen. Wer es nicht schafft, ist selbst schuld.

Also Operation sichere Zukunft. Das heißt: Geld für den Niederräder Pferderennclub und die Vertriebenenverbände. Kein Geld hingegen für Frauenhäuser, Integrationsmaßnahmen, Erziehungsberatung, Schuldnerberatung, Qualifizierungsmaßnahmen für Erwerbslose und die Resozialisierung Strafgefangener. Diese sogenannten "freiwilligen Leistungen" wurden drastisch heruntergefahren, im sozialen Bereich um ein Drittel. Freiwillige Leistungen sind jedoch kein Luxus, sie sind ein wesentlicher Bestandteil der sozialen Infrastruktur. Den Sparplan kann man sich hier als pdf anschauen.

Beispiele gefällig?

Freizeitpädagogik und berufsbegleitende Betreuung benachteiligter Jugendlicher im Frankfurter Gallusviertel durch die Arbeiterwohlfahrt von 38.600 Euro runter auf Null. Lokale Beschäftigungsinitiative LAG Soziale Brennpunkte Hessen e.V. von 189.400 runter auf Null. Wohnprojekt für Haftentlassene des Frankfurter Gefängnisvereins von 1868 e.V von 2.761 Euro runter auf Null. Sozialarbeit im Sozialen Brennpunkt Arheilgen durch die Diakoniestelle Darmstadt von 45.100 auf Null. Die Beratungsstelle für straffällige und strafgefährdete alleinstehende Wohnungslose, besonders Jugendliche und junge Erwachsene, Gießen, durch die AKTION junge Menschen in Not e.V. von 12.900 Euro runter auf Null. Gemeinwesenarbeit im Sozialen Brennpunkt Waldtal, Arbeitskreis Soziale Brennpunkte Marburg e.V von 46.016 runter auf, richtig, Null. Betrieb der Bahnhofsmission im Bereich Gefährdetenhilfe durch das Diakonische Werk, Gefährdetenhilfe Frankfurt und Caritas, von 33.400 runter auf Null. Sportangebot als Gewaltprävention der Stadt Darmstadt von 19.000 runter auf Null. Die Sozialberatung der Caritas für ausländische Arbeitnehmer in Mainz, Oberursel, Heppenheim, Fulda, Gießen, Groß-Gerau, Rüsselsheim, Limburg, Dreieich, Mühlheim, Dillenburg, Wetzlar, Hanau, Darmstadt, Frankfurt, Kassel, Offenbach und Wiesbaden von 285.000 Euro runter auf Null.

Es ist eigentlich unfassbar, wie hinterfotzig sich dieser Koch aufführt. Er streicht die Mittel für alle möglichen Aktivitäten auf genau dem Sektor, den er dann ein paar Jahre später für seinen Wahlkampf medial ausschlachtet um die Mindestlohndiskussion zu ersticken, die die CDU ganz klar Stimmen kostete, bevor er mit Hilfe der Blöd-„Zeitung“ und der Bundesmerkel den Fokus auf ein Thema lenken konnte, dass er selbst mit erzeugt hat. Arschloch.

Unbedingter Lesebefehl und in der aktuellen Koch-Diskussion als Argumentationshilfe unverzichtbar. Hail to the Blogs, denn sowas steht in klassischen Medien nirgends.

(via)