CDs umsonst: Nee, lass mal.

Jedes Jahr vor Weihnachten sortiert der Kollege Musikredakteur seine Promo-CDs, zieht sich aus diesen (immensen) Stapeln die zehn oder zwanzig CDs, die er für sich behalten will. Danach sind wir dran. Einer nach dem anderen geht zu dem Aufbau auf dem Tisch und holt sich eine Packung. Und die wird jedes Jahr kleiner. Letztes Jahr habe ich mir genau zwei CDs da rausgezogen, die habe ich gerippt und wieder zurückgelegt. Weil er die CDs anschließend nämlich in ein Kinderheim bringt, zu Weihnachten. Finde ich gut und mal ehrlich: ich brauche schlicht und ergreifend keine physischen Tonträger mehr. That's over.

Ich gehe sogar noch weiter: ich brauche nichtmal die Files auf meinem Rechner oder auf meinem iPod. Irgendwann 2006 ging meine externe Festplatte kaputt, darauf tonnenweise (selbstredend selbstgerippte) MP3s. Das hat mich genau einen Tag geärgert, bis ich feststellte, dass ich das Zeug, was ich im Moment hören will, sowieso innerhalb von Minuten bzw. Stunden erneut zur Verfügung habe. Damit war es das für den Markt für Tonträger.

Und genau das mussten die Herren bei der EMI neulich 2006 auch lernen.

In 2006 EMI, the world's fourth-biggest recorded-music company, invited some teenagers into its headquarters in London to talk to its top managers about their listening habits. At the end of the session the EMI bosses thanked them for their comments and told them to help themselves to a big pile of CDs sitting on a table. But none of the teens took any of the CDs, even though they were free. “That was the moment we realised the game was completely up,” says a person who was there. (Economist, via)