Robby the Robot sagt: Raubkopierer sind Arschlöcher

Diese Anti-Piracy-Werbungen geht einem bei DVDs ja sowieso auf den Sack. Da investiert man Geld in einen Film, weil der einem wirklich gut gefällt, und dann hauen sie dem zahlenden Kunden auch noch Anti-Piraten-Werbung um die Ohren, die einem den Zeigefinger in die Augen bohrt und einen daran erinnert, das Piraten Verbrecher sind. Demnächst essen sie wahrscheinlich auch noch Kinder, die Piraten.

Nun kann ich das ja fast verstehen. Die Musikindustrie steckt einen Umsatzrückgang nach dem anderen ein und die Filmindustrie schaut zu und weiß ganz genau, dass sie als nächste dran ist. Da will man eben vorsorglich schonmal die Kunden darauf hinweisen, dass das anwenden moderner Technologie (noch) strafbar ist. Nervig, aber nachvollziehbar. Und ignorierbar. Bei neuen Filmen zumindest.

Nicht nachvollzieh- oder ignorierbar finde ich es aber, dass man mir als Filmliebhaber, der sich die DVD von „Forbidden Planet“ kauft, einem Film, der schon tausendmal im Fernsehen lief, den ich zweimal auf VHS als Fernsehmitschnitt besitze, dessen eigentlicher Hauptdarsteller, Robby the Robot, schon lange Public Domain ist, nur eben nicht nach juristischen Maßstäben, dass mir auf eine solche DVD, die sowieso nur von Filmliebhabern gekauft wird, weil es eben nicht „300“ oder „Aliens vs Predator“ oder irgendso ein Scheiß ist, sondern ein Science-Fiction-Klassiker, der wahrscheinlich derzeit millionenfach überall auf der Welt illegal runtergeladen wird (natüüüürlich), eine beschissene Anti-Piracy-Werbung gepresst wird.

Die Filmindustrie könnte sich auch gleich genau diejenigen rauspicken, die besonders viel Geld für Filme und DVDs ausgeben und mit denen dann einen Knastbesuch veranstalten. So ganz nach dem Motto: „Guck, lieber Filmliebhaber, da landest Du auch, wenn Du das Wort 'Bittorrent' kennst“. Ich bin wirklich geneigt, die DVD umzutauschen und mir den Film auf anderem Wege zu besorgen. Weil ich Filmfan bin und deshalb Anti-Piracy-Werbung ertragen kann. Bei Standard-NerdsDVDs. Aber eben nicht bei der Special-Edition von „Forbidden Planet“.

Arschlöcher.

Wobei ich zugeben muss: der echt schicke Satz aus „Steal this Film II“: „Music didn’t start with the Phonograph and it won’t end with the Peer to Peer-Networks“, der greift beim Film nicht, weil das Medium Film eben doch mit dem Medium „Film“ gestartet ist und deshalb unter der Technologie P2P in weitaus höherem Maße leiden könnte, als es die Musik-Industrie heute schon tut. Mal ganz davon abgesehen, dass die Produktionskosten bei Filmen weitaus höher ist, als bei Musik. Aber darüber mache ich ein anderes mal was.