Vom Fernsehen, Hartz und Spiegel

03.01.2008 Misc #Society #TV

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Batz nimmt deutsches Qualitätsfernsehen, den Spiegel und HartzIV auseinander. Alle in einem Abwasch. Sauber!

Jetzt startete bei RTL ein weiteres Reality-Format im Gefolge von “Die Super-Nanny beim G8″ und “Raus aus den Schulden, rein die Glotze” oder “Tine die lebende Abrißbirne”. Ein Profi-Arbeitsvermittler wird auf sorgfältig als Assis gecastete HARTZ-Empfänger losgelassen und darf sich dort als moralisches Gewissen der Besserverdienenden in Szene setzen, der entlarvt was HARTZ’ler doch alles für faule Dreckschweine sind. Sie wollen nicht für Hungerlohn arbeiten, sie wollen keine 200km pendeln pro Tag und generell lassen sie es an der nötigen Ehrerbietung vor dem Arbeitgeber fehlen, der so gnädig ist ihnen überhaupt etwas anzubieten.

Für SPIEGEL-Redaktions-Ass Reinhard Mohr ein klarer Fall, da wird Wirklichkeit gezeigt. Da wird seziert wie es in diesem Wohlfahrtsstaat zugeht, wie sehr die Vollkasko-Mentalität beim Prekariats-Geschmeiß eingezogen ist. Wie der dümmste Stammtischbruder poltert er drauflos und watscht im selben Aufwasch auch gleich nochmal das dumme linke Kabarett von Priol oder Hagen Rethers mit ab, das ja mit dem HARTZ-Gesinde gar nicht auf einer Augenhöhe wäre (Nein - da gibts keinen Sinnzusammenhang, auch nicht wenn man den Scheiß mehrfach liest). Das diese sog- RTL-Dokus in erster Linie auf Emotion getrimmt werden, daß letztlich alles was dort passiert auf Konflikt getrimmt ist, daß jeder Redakteur eines solchen Drecksformats gezwungen ist beständig Katastophen zu provozieren und inszenieren, damit die Folge die nötige Dramatik bekommt, scheint Herrn Mohr völlig neu zu sein.