Riesenbubblefitschifeitschi

22.12.2007 Misc #Storys

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Sachen, die ich seit 20 Jahren so mache und die ich wahrscheinlich auch in 20 Jahren immer noch genau so tun werde: nachdem ich das Schaumbad, bei uns normalerweise nicht Schaumbad, sondern Fitschifeitschi genannt - ich habe keine Ahnung, warum das hier so genannt wird und irgendjemand sollte mal den Verwandtschaftsgrad der Worte Fitschifeitschi, Schnickschnack und Schwippschwapp untersuchen -, jedenfalls: jedes Mal, nachdem ich dieses Schaumfitschifeitschibad in die grade eben erst bewässerte Wanne hineinlaufen gelassen und beides mit groben, ausladenden Handbewegungen vermengt habe (auftragen und... polieren), forme ich mit Daumen und Zeigefinger einen Kreis, tunke diesen in das grade frisch entstandene Seifenwasser und puste aus dem zwischen meinen Kreisfingern klebenden Seifenfilm eine Riesenseifenblase, die zwar nicht oft, aber immerhin ab und zu ihren Weg auf die Wasseroberfläche findet, bevor sie wegen irgendwas zerplatzt.

Dann zerstampfe ich sie mit meinen klobigen Füßen, wenn ich in die Wanne steige.

Nach dem dieser Akt des kreativen Destruktivismus erledigt ist, ahem, lasse ich meinen Alabasterkörper in die Wanne plumpsen und widme mich einem Buch, im Moment ist dies Stanislav Lems „Eden“, ein Tipp irgendwo aus den Kommentaren, danke nochmal an dieser Stelle, jedenfalls widme ich mich dem Buch und nach fünf Minuten, wenn mir das heiße Wasser so langsam auf den Sack geht und meine Füße anfangen zu kochen - es sind immer die Füße, die zuerst heiß werden, immer! -, tauche ich mit den Ohren unter Wasser und lasse meine Füße über dem Wannenrand an der gegenüberliegenden Duschkabine entlangschubbern und es erstaunt mich jedesmal, wie taub man unter Wasser gegenüber der Umwelt ist, man weder vom Rascheln beim Umblättern des Buches noch von sonst irgendetwas irgendwie was mitbekommt, audiotechnisch gesprochen, aber sobald man auf einmal mit den Füßen von der Duschkabine abrutscht und die Ferse auf den Beckenrand knallt, ist man nicht nur halbtaub, sondern befindet sich plötzlich im Besitz einer schmerzenden Ferse, die noch dazu vom langen im Wasser rumliegen ganz faltig ist.

Auch doof.

Das waren jetzt übrigens zwei mörderlange Sätze die einen eher kurzen umgeben und von einem unvollständigen abgeschlossen werden. Was meiner jetzt noch schmerzenden Ferse nicht im geringsten weiterhilft. Und mit faltigen Badefingern tippt es sich irgendwie besser. Die Tastatur kommt einem auf einmal viel griffiger vor, was natürlich völliger Unsinn ist.