Hip Hop

28.11.2007 Misc Music #HipHop

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Ich habs ja nicht so mit Hip Hop, muss aber zugeben, dass ich die Beasties und den frühen LL Cool J auch gehört habe. Warum ich heute im Grunde genau 0 Hip Hop höre, liegt zum einen an den derbe langweiligen Beats und zum anderen an dem, was beim Kraftfuttermischwerk lange, aber sehr gut beschrieben steht.

Es ging gegen das System, um die miese gesellschaftliche Stellung von Minderheiten, gegen die “Bullen”, gegen die Bürgerlichkeit und gegen all jene Leute, die dabei stillschwegend zusahen. Ganz nebenbei ging es dann auch noch um eine große Portion Spass mit einem Joint in der Hand. Die Parallelen zum Punk waren also nicht mal so abwegig, fand ich, auch wenn der Beat ein anderer war und man sich die drei geschrammelten Akkorde gerne gespart hatte. Die Zeiten waren eh vorbei - so oder so. Klar, gab es auch damals schon dieses ganze Battle-Gedöns und Leute, die über Länge ihrer Geschlechtsteile sangen aber es waren nur wenige und wenn man wollte, kam man ohne weiteres an ihnen vorbei.

Heute ist das anders. Heute stehen viele von denen, die noch in der Lage dazu waren, auch Inhalte zu vermitteln, nicht mehr hinter den Mics. Sie überlassen all jenen das Feld, die nur noch zu erzählen haben, wie lang ihrer sei, wie mächtig und vor allem wie potent. Sie reden über “Schlampen”, über das Töten und das zerstückeln, über die Achtmillimeter, die sie angeblcih im Schrank haben, über die Schwulen, die sie “hassen”, über die Minderheiten, die sie kotzen lassen und das ganze andere Zeug, was ihnen keiner abnimmt, außer sie sich selber vielleicht. Kurz um: Sie feiern sich, ihren Schwanz und ihre omnipotenten Eier kontinuirlich selber. Zwischendurch erzählen sie auch was aus ihrem Viertel und verkaufen das dann noch als Gesellschaftskritik, was nicht weiter schlimm wäre, wenn es denn Hauptmerkmal ihrer verbalen Info wäre. Ist es aber nicht. Darum geht es nur am Rande.

[...]

Erstens führt das Ganze zu einer gesellschaftlichen Diskussion, die sich wie so oft über die Zielgruppe erhebt, die sich wie so oft darüber fetzt, was denn nun gut für die jungen Menschen wäre, und was eben nicht. Das widerum lädt die mitunter dümmlichen Protagonisten dazu ein noch viel dümmliche Kommentare von sich zu geben, in denen sie beteuern, es ginge ihnen doch nur darum, “Themen zu überspitzen um dafür zu sorgen, das sich die Zielgruppe damit auseinandersetzt und sich Gedanken darüber zu machen”. Super, vergessen doch die Meisten dabei, das sie über 13-17jährige reden, die eben genau die Shice täglich hören. Von denen erwarten sie, dass die sich damit auseinander setzen, das die das alles reflektieren, was sie sich da in die Birne schieben. Klar, klingt immer sehr gut, nur wurde schon zu oft gehört, um das es noch glaubhaft klingt. Schließlich machen die Möchtegernpimps - gemessen am Alter der Zielgruppe - Musik für Kinder, Kindermusik quasi und die sollten ganz andere Intensionen haben, wenn sie Musik hören, als sich mit dem “Schwanz, der deine Mutter gefickt hat” auseinanderzusetzen. Das verlangt wohl sicher keiner wirklich von denen. Es geht um Geld, wie so oft im Business und selbst Rappern, denen man nicht mehr als den Sechsten-Klasse-Abschluss abnehmen möchte machen ihr Studium nebenbei, was darauf schliessen lässt, dass sie so dämlich nicht sein können, zu glauben, man würde ihnen ihre Reflektionstheorie abkaufen. Nur sie haben einfach nicht die Eier, zuzugeben, dass es schlichtweg nur um Kohle durchs Schockieren geht.

Übrigens, Dicker: Paar mehr Absätze und zwischen die Absätze dann noch ein wenig Abstand rein... wirklich besser für die Lesbarkeit! ;-)