Frankfurter Demo gegen die Vorratsdatenspeicherung und was das ganze mit Vogelkacke zu tun hat

Das erste mal demonstrieren war ich beim ersten oder zweiten Irak-Krieg. Damals, Anfang der Neunziger, gab es dafür schulfrei und deshalb war ich dabei. Das nächste mal protestierte ich vor drei Stunden. Gegen Überwachung und so.

Und da latscht nun René vom Paulsplatz mit laut Veranstalter 650 anderen Überwachungsgegnern durch die Frankfurter Innenstadt, ruft mehr als einmal „Steckt den Schäuble in den Knast, weil er die Verfassung hasst“, besorgt sich Anmeldeformulare für die Piratenpartei, macht ein paar Fotos, die er morgen erst von der Kamera holen kann, weil das Kabel mal wieder im Büro rumliegt, geht eine kurze Strecke im lautesten Block mit, weil die so lustig auf ihren Fäßern rumtrommeln, verpisst sich da aber wieder, weil das Megafon genau ins Ohr plärrt, fetzt im einsetzenden Regen seinen Schirm, der sich nach dem Regen nicht schließen ließ und jetzt seine letzten Tage in einer Mülltonne irgendwo auf der Zeil fristet, tritt schließlich während der Abschlusskundgebung den Heimweg an und lässt sich zu guter letzt von einem offensichtlich homosexuell interessierten Rentner um eine Kippe anschnorren (die hat er natürlich gekriegt, die Kippe; den Rest nicht), woraufhin ich schleunigst Reißaus nahm und mich in die Bahn setzte, nur um festzustellen, dass mir irgendwann während der Demo ein Vogel auf die Hose gekackt hat, was ich mit einer auf dem Sitz von irgendeinem weitsichtigen Business-Kasper extra für solche Fälle hinterlegten Financial Times beseitigt habe.

Deshalb demonstriert man also für oder gegen irgendwas: nur um am Ende wieder beschissen zu werden. Aber lieber den Spatzendreck auf der Hose als die Taube auf dem Dach. Oder so ähnlich.