Der Irre im Zug inklusive eine Menge Teenies

01.11.2007 Misc #Storys

Share: Twitter Facebook Mail

Als ich heute morgen den Bahnsteig in Wolfskehlen betrat, erschrak erschruk erschreckte erschrak ich nicht unbeträchtlich, denn es wimmelte nur so vor kleinen Menschen im schlimmsten Alter von ungefähr dreizehn. Da dachte ich, um der Bewahrung der morgentlichen Ruhe willen, dass es wohl besser wäre, wenn ich heute mal nicht, wie es normalerweise meine Angewohnheit ist, im ersten Waggon zusammen mit all den vollpubertierenden Teenies einzusteigen, sondern ausnahmsweise Reißaus zu nehmen und irgendwo viel weiter hinten Platz zu nehmen.

Sprachs Dachte ich mir so, lief so schnell ich konnte vor dieser Meute wandelnder Hormontobsucht davon und stieg im letzten Waggon in den Zug. Puh, dachte, da haben wir aber nochmal Schwein gehabt, guckte mich um und... das Abteil platzte vor vollpubertierenden Teenies. Überall hüpften sie über die Sitze, schmissen sich die Handys an die Köpfe und schrien munter durcheinander. Übrigens sollte einer mal allen Eltern, die ihren Kindern lustige Pseudo-Iros verpassen, auf die Finger hauen. Wahrscheinlich lesen Menschen, die ihren Kindern Pseudo-Iros verpassen, Bücher wie „Generation Golf“, hören Grönemeyer oder das Spätwerk von Metallica und fahren zum Urlaub in Centerparks. Pack.

Zum Glück musste ich diese Kackophonie nur über zwei Stationen ertragen und auf einmal hatte ich den Waggon komplett für mich. Puh! Mein Glück sollte allerdings nicht von langer Dauer sein. Denn als nächstes setzte sich ein Irrer neben mich.

Der hatte immer was zu tun, nachdem er mir seinen Mantel beim Ausziehen um die Ohren gehauen hatte. Hier eine kleine Liste der Beschäftigungstherapie des Irren: kräftiges Händereiben, Händeklatschen, die Beine von Links nach Rechts übereinanderschlagen, die Beine von Rechts nach Links übereinanderschlagen, die Füße gegeneinanderschlagen, ein leises „Hihi“ von sich geben, ins Nichts lächeln, sich die Schenkel massieren, Popeln. Doch echt, der Irre im Zug neben mir hat heute morgen gepopelt. Zweimal. Ich hab's gesehen.