Cory Doctorow hat auch nur seine Standardsprüche

Diesmal in der TAZ:

Künstlerisch sehe ich das Kopieren als integrale Kulturtechnik des 21. Jahrhunderts an. Nie war es jedoch so schwierig, etwas zu kopieren. Durch den DRM-Kopierschutz werden innovative Impulse verhindert.

Man vergleiche hier. Aber gut, das geht uns wohl alles so. Immerhin geht die TAZ weiter und fragt nach:

Zumindest in der Musikindustrie bahnt sich gerade ein Umdenken an: Hier sind Digital-Rights-Management-Systeme auf dem Rückzug.

Es ist ein kleiner Schritt in die richtige Richtung. Die Musikindustrie ist so verzweifelt, dass ihr nichts anderes mehr übrig bleibt. Der Aktienmarkt hat endlich erkannt, dass es eine furchtbare Art des Geschäftemachens ist, Fans zu kriminalisieren und Sachen zu verkaufen, die niemand haben will. Gleichzeitig rüstet gerade die Fernsehindustrie auf. Besonders europäische Sender versuchen, eine Form von DRM mit weitreichenden Kontrollfunktionen zu etablieren. Die Zugangsbeschränkungen sollen so weit gehen, dass die Sender bestimmen, wer ein legitimes Mitglied einer Familie ist und mitgucken darf.

Welche Folgen hat ein restriktives Urheberrecht für die Gesellschaft?

Ich denke, es ist schlecht für eine Gesellschaft, wenn ihre Mitglieder dafür kriminalisiert werden, dass sie Kultur lieben und miteinander teilen. Das Problem ist nicht, dass wir alle dafür ins Gefängnis wandern. Die Gefahr liegt darin, dass die Autoritäten nun für alles, was ihnen nicht passt, eine Entschuldigung haben, Menschen zu belangen. Eine Demokratie bricht zusammen, wenn erst mal jeder schuldig ist. Deswegen macht es für mich kommerziell, künstlerisch und ethisch Sinn, meine Bücher frei im Internet zu verteilen. Was für eine wunderbare Welt ist das, wo du mit der Sache am meisten Geld verdienst, die dich auch die beste Kunst erschaffen lässt und dazu noch gut für dein Gewissen ist?

(via)