Kunst kommt von Können... nicht.

Kann ich genau so unterschreiben, mein Lieber. Und könnte das auch noch auf andere Felder ausdehnen. Bloggen zum Beispiel.

Das erste Mal ist es mir beim Photoshop passiert. Vielleicht sogar schon früher, aber bei meinen frühen Vektorversuchen ist es mir noch nicht so aufgefallen. Selbst mit MS Paint habe ich Grenzen erkundet, beziehungsweise: erst gar keine gesehen. Oder sie ignoriert.

Im Photoshop, wie gesagt, ist es mir zuerst bewusst passiert. Früher, da habe ich in dieser tollen Software noch ohne Rücksicht auf Verluste Enten mehrere zusätzliche Beine verpasst, um sie zu Insektenten umzuwandeln; habe mir ein Bild mit einem Wasservogel am Strand geschnappt, um ihn in eine kleine Legion von Wasservögeln am Strand zu verwandeln.

Ich habe bei Layouts mit Formen gespielt, habe rücksichtslos Effekte und Filter in abstrusen Kombinationen ausprobiert, Fotos verfremdet, Collagen erstellt, ohne Sinn und Verstand miteinander vermengt – und dabei immer mehr gelernt. Immer mehr Können erworben.

Ich habe Actions erstellt, bloß um bestimmte Effekte einfach mal zu automatisieren, ich habe Bilder retuschiert, und geschaut, wie weit ich gehen kann, Tutorials und Workshops noch und nöcher durchgeackert… und irgendwann fiel mir etwas auf:

Durch das Können ging die Kunst verloren.