Wie ich dann gestern doch noch nach Hause kam

13.10.2007 Misc #Storys

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„Ihr lieben Lokführer“ dachte ich, als ich am Freitag um Neun Uhr abends endlich aus dem Büro kam, „Ihr habt jetzt schon den ganzen Tag lang gestreikt, is mal langsam gut jetz', wenigstens meine Bahn könnt ihr fahren lassen, ich hab' mir auch extra eine frische Monatskarte gekauft“. Dachte ich mir so und fuhr guter Dinge zum Hauptbahnhof, wo ich ungläubig auf die Anzeigetafel schaute. Die fuhr ja wirklich, die Sieben.

„Yeah!“ dachte ich, ballte mental die Faust und lief an den Bahnsteig, wo nach nur 20 Minuten eine Laufschrift auf der Tafel aufpoppte. Der Zug fällt aus. „Yeah“, dachte ich diesmal ohne Ausrufezeichen, „fuck it“ und ging mir zwei Bier kaufen, wartete eine geballte Stunde auf den nächsten Zug, der ja wohl bestimmt fahren würde, nachdem sie den einen schon bestreikt hatten. Wieder das gleiche Spiel: Anzeigentafelanzeige, ich so „Yeah“, nach 10 Minuten Anzeigentafel so „Nö“, ich so „Fuck“. Da hatte ich dann zwei Stunden am Bahnhof verbracht und die Schnauze voll.

Von Frankfurt nach Wolfskehlen bezahlt man mit dem Taxi 72 Euro Fuffzich und lernt dabei türkische Taxifahrer mit russischen Akzent kennen, die wie ein Skinhead aussehen und mit denen man wunderbar über Bush und die burmesische Junta ablästern kann. Is' ja auch was.