Warum Linklisten manchmal mehr aussagen, als der feinste Text

25.09.2007 Misc #Blogs #Storys

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Menschen definieren sich nicht nur über Erlebnisse, die sie aufschreiben können. Sie definieren sich ebenso, wenn nicht sogar in größerem Maße, über ihren Geschmack und ihre Vorlieben. Deshalb finden sich die Nuancen der Persönlichkeit, wenn man davon ausgeht, dass ein Blog in gewisser Weise ein gefilterter Spiegel der Persönlichkeit eines Menschen ist, vor allem in den Linklisten, die er scheinbar so mal nebenbei fallen lässt.

So könnte man von mir manchmal durchaus denken, ich wäre arg fixiert auf Musik, Urheberrecht und Zombies. Man läge gar nicht so weit daneben, die Details hätte man so allerdings verpasst. So finden sich in meinen Links neben dem üblichen Geek-Kram auch die Rede von Irans Präsidenten Ahmadinejad in der Columbia University in New York, die von den Mainstream Medien zwar ausgiebig kommentiert, aber nirgends einfach mal zur Verfügung gestellt wurde. Oder die DokumentationThe Root of all Evil?“, deren Filmemacher sich in die Zentren religiösen Fanatismus begibt und sich die Frage stellt, ob der Glaube an sich nicht der tatsächliche Auslöser für Hass und Gewalt auf allen Seiten ist. Randbemerkung: Die Nazis glaubten auch, sie seien die Herrenrasse.

Das sind die Facetten der Blogger, die ihr oder ihm meistens eben keinen eigenen Beitrag wert sind, und wenn, dann verschwinden die allzuschnell im Archiv. In den Links finden sie sich aber alle wieder ein - die Zombies neben Politik, Pop neben Wissenschaft - und zeigen tatsächlich die Facetten des Menschen hinter dem Blog.

Deshalb liebe ich Linklisten, und gehe so ziemlich alle Stück für Stück durch.