Gravenreuth: die ganzen, fiesen Details

Auf Telepolis erzählt Johannes Eisenberg, der Anwalt, der die Haftstrafe für Günther Freiherr von Gravenreuth erwirkt hat, über die Hintergründe:

Als Herr Gravenreuth das Verfahren begann, hat er zunächst einmal selber eine Wertvorstellung entwickelt. Er hat gefragt, was ist das eigentlich wert, dass er diese eine E-Mail bekommen hat. Das hat er mit 10.000 Euro bemessen. Danach hat er seine Gebühren geltend gemacht. Als sich dann das Kriegsglück wendete und sich die taz mit beachtlichen Argumenten nicht nur gegen den Kostenfestsetzungsbeschluss und die Pfändung ihrer Domain wandte, sondern auch in der Sache obsiegte, da sagte plötzlich der Rechtsanwalt Gravenreuth, dass die vermeintliche Spam-Mail doch nicht 10.000 Euro wert sei. Es wäre ja nur eine geringfügige Belästigung gewesen und man solle doch bitte den Streitwert heruntersetzen.

Klar, er musste zu diesem Zeitpunkt den Prozess gegen die taz selbst bezahlen und dann waren ihm die durch seine hohe Streitwertangabe selbst begründeten Kosten auf einmal zu hoch. Solange er glaubte, selber kassieren zu dürfen, war ihm die Sache 10.000 Euro wert und später fiel ihm ein, dass es ja jetzt, wo er selber zahlen sollte, viel weniger wert sein könnte. Dieses Verhalten zeigt wiederum, dass der Verdacht, dass das ein Abmahngeschäft ist, welches auch betrieben wird, um Gebühren-Tatbestände zu schaffen, nicht von der Hand zu weisen ist. Anders kann man sich nicht erklären, dass vor Tische der Wert 10.000 ist und wenn man dann verloren hat, dieser plötzlich viel niedriger sein soll.