Bittorrent als revolutionärer Akt

Bittorrent als revolutionärer Akt, der illegale Download als der neue Punk.

Ist es nicht so, dass der illegale Download in Zeiten, in denen Pop schon lange in der Mitte der Gesellschaft angekommen ist, allgegenwärtig, präsent in Religion (Katholizismus als Pop), Politik (Bush-Streetart) und Medien (da sowieso) der zeitgemäße Punk-Mittelfinger im Gesicht des Establishments ist?

War die erste Welle des Punk 1977 die Zurückweisung der Kunstfertigkeit, dem Gitarrengekniedel einfach den blanken Hintern gezeigt, dann war die zweite Welle die Aneignung der Produktionsmittel: Techno und Electronica, Musik-Produktion dank immer erschwinglicherer elektronischer Instrumente war ab nun in den Händen aller, oder sagen wir besser: in den Händen von mehr Menschen als jemals zuvor. Das Ergebnis ist natürlich ambivalent: Scooter vs. Mouse on Mars.

Eine dritte Welle des Punk könnte man also konsequenterweise als Aneignung und Umwälzung der Distributionskanäle überschreiben. Am Ende stünde der komplette Produktionsweg von Musik zur Verfügung, vom Songwriting über die Produktion bis zur Distribution.

Die Opfer sind klar und auf beiden Seiten gerecht verteilt: Haptik, Vermarktung und der Mainstream werden in der Musik innerhalb der nächsten zehn Jahre immer weniger Raum einnehmen. Die CD wird mitsamt Coverartwork ein Nischenprodukt werden, die Vermarktung großer Acts wird mit dem Verschwinden des Mainstream obsolet, das Konzept Popstar als solches ist zum Abschuss freigegeben. Die Hupfdohlen aus den Castingshows werden diesen Zerfall nur beschleunigen.

Der illegale Download als kultur-revolutionärer Akt, der Gedanke hat was...