Küchenparty

02.09.2007 Misc #Storys

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In einer Küche erfuhr ich, dass es tatsächlich Männer gibt, die sich zwecks Lustgewinns Draht in die Harnröhre einführen.

Diesen Satz muss man einfach mal eine Weile auf sich wirken lassen, ich war damals auch zunächst einmal, sagen wir: etwas perplex. Man muss aber auch zugeben: dieser Satz ist ein absoluter Knaller von einer Einleitung. Ab jetzt geht es steil abwärts, denn auf derselben Küchenparty betrank ich mich mit zwei Gläsern Rotwein und einem halben Bier dermaßen, dass ich prompt die Kulinarien des Tages gegen die Klotür spieh. Von außen wohlgemerkt. Und so schleppte ich mich nach diesem Malheur auf die Couch und schlief wie ein vollgekotzter Toter bis zum nächsten Tag, an dem ich mich unter unsäglichen Kopfschmerzen nach Hause schleppte. Mein Verhältnis zum Roten ist seit dem einigermaßen gespannt.

Warum sich Küchen zum Mittelpunkt jeder Party entwickeln könnte auch mal einer soziologisch eingehender betrachten. Hat warscheinlich auch schon irgendein spitzbübischer Soziologe bereits getan, aber zur Recherche bin ich nicht aufgelegt, will sagen: zu faul. Ich bin Blogger. Ich darf das. Und deshalb sauge ich mir einfach mal aus den Fingern: in Küchen steht im allgemeinen der Kühlschrank und in diesem ist in den allermeisten Fällen das Bier aufbewahrt. Es ziemt sich also für den gestandenen Partygänger, sich in der Nähe desselben aufzuhalten. Vielleicht ist es in einer Küche aber auch einfach nur nicht ganz so laut.

In einem Ofen buken wir, die coolen, biertrinkenden Partyküchengäste, einmal Bananenschalen, weil es gerüchteweise hies, die Dinger würden gebacken kicken wie Shit. Taten sie aber nicht und auch die Legende von haluzinogener Muskatnuss kann ich leider in keiner Weise bestätigen. Dann doch lieber harte Drogen. Da weiß man, was man hat. Was ich nicht hatte, weiß ich aber auch: Sex auf dem Küchentisch war mir bisher leider nicht vergönnt, was unter Umständen mit der Tatsache zu tun haben könnte, dass mein bisheriges Beziehungsgefecht mit dem anderen Geschlecht mit dem Wort „langfristig“ eher unzureichend beschrieben wäre.

Ich werde mir den Küchentisch als Option auf die Kopulationsverrichtelokalität freihalten, versprochen. Der Küchenboden täte es übrigens auch. Solange ich mir dafür keinen Draht in die Harnröhre einführen muss.