Küchenparty

Gepostet vor 9 Jahren, 11 Monaten in #Misc #Storys

Share: Twitter Facebook Mail

In einer Küche erfuhr ich, dass es tatsächlich Männer gibt, die sich zwecks Lustgewinns Draht in die Harnröhre einführen.

Diesen Satz muss man einfach mal eine Weile auf sich wirken lassen, ich war damals auch zunächst einmal, sagen wir: etwas perplex. Man muss aber auch zugeben: dieser Satz ist ein absoluter Knaller von einer Einleitung. Ab jetzt geht es steil abwärts, denn auf derselben Küchenparty betrank ich mich mit zwei Gläsern Rotwein und einem halben Bier dermaßen, dass ich prompt die Kulinarien des Tages gegen die Klotür spieh. Von außen wohlgemerkt. Und so schleppte ich mich nach diesem Malheur auf die Couch und schlief wie ein vollgekotzter Toter bis zum nächsten Tag, an dem ich mich unter unsäglichen Kopfschmerzen nach Hause schleppte. Mein Verhältnis zum Roten ist seit dem einigermaßen gespannt.

Warum sich Küchen zum Mittelpunkt jeder Party entwickeln könnte auch mal einer soziologisch eingehender betrachten. Hat warscheinlich auch schon irgendein spitzbübischer Soziologe bereits getan, aber zur Recherche bin ich nicht aufgelegt, will sagen: zu faul. Ich bin Blogger. Ich darf das. Und deshalb sauge ich mir einfach mal aus den Fingern: in Küchen steht im allgemeinen der Kühlschrank und in diesem ist in den allermeisten Fällen das Bier aufbewahrt. Es ziemt sich also für den gestandenen Partygänger, sich in der Nähe desselben aufzuhalten. Vielleicht ist es in einer Küche aber auch einfach nur nicht ganz so laut.

In einem Ofen buken wir, die coolen, biertrinkenden Partyküchengäste, einmal Bananenschalen, weil es gerüchteweise hies, die Dinger würden gebacken kicken wie Shit. Taten sie aber nicht und auch die Legende von haluzinogener Muskatnuss kann ich leider in keiner Weise bestätigen. Dann doch lieber harte Drogen. Da weiß man, was man hat. Was ich nicht hatte, weiß ich aber auch: Sex auf dem Küchentisch war mir bisher leider nicht vergönnt, was unter Umständen mit der Tatsache zu tun haben könnte, dass mein bisheriges Beziehungsgefecht mit dem anderen Geschlecht mit dem Wort „langfristig“ eher unzureichend beschrieben wäre.

Ich werde mir den Küchentisch als Option auf die Kopulationsverrichtelokalität freihalten, versprochen. Der Küchenboden täte es übrigens auch. Solange ich mir dafür keinen Draht in die Harnröhre einführen muss.

-0,9 -0,75 Dioptrien

Meine Augen funktionierten nicht mehr gut, sage ich zu der Dame im Optikbedarfsgeschäft in der Kaiser-Wilhelm-Passage zu Schöneberg. Ich wohn…

Updates, Anmerkungen und Kritiken zu „There will be Blood“

Ich habe so einen Text wie „There will be Blood“ nicht online gestellt, ohne Gegenwind zu erwarten. Womit ich nicht…

Über Morlocks und Eloi

Manchmal denke ich in diesen Tagen, die Menschheit spaltet sich in zwei Lager. Die Morlocks und die Eloi. In Saudi…

And thus, I woke up in the Twilight Zone

Irgendwo hier drin ist eine SciFi-Story versteckt: Vor circa drei Jahren öffnete ich meine Mails und fand eine Bestellbestätigung über…

Stroke at 33

Christine Hyung-Oak Lee schreibt auf (ausgerechnet) Buzzfeed die Story ihres Schlaganfalls auf, den sie mit nur 33 Jahren vor ein…

Wie man den Tod seiner Mutti verarbeitet

1.) Choose a song. In meinem Fall ist das The Cures Pictures of you. Play it lout and on repeat.…

Zwei Nächte mit Mutti

Irgendwann im Jahr 1981. Unser Toploader-VHS stand frisch im Wohnzimmer, neu ausgepackt, das Teil, und die Familie versammelte sich darum.…

Gute Nacht, Mutti.

Meine Mutter ist am Samstag im Alter von 73 Jahren gestorben. Meine Mutter war eine schöne, zierliche Frau, klassische Brünette,…

Von der Nummer Eins

Die erste Ausgabe von Etwas ist besonders. Im besten Fall ist die Nummer Eins der Start für ein neues Konzept,…

Wegen Krankheit vorübergehend geschlossen

Ich hab mir seit bestimmt zehn Jahren mal wieder so 'ne richtige Grippe eingefangen. Als ich gestern zur Apotheke getaumelt…

How To Get a Lego X-Wing

I verspreche drei Dinge: 1.) Der Text hinter dem Link ist nicht der, der er sein zu scheint. 2.) Jeder,…