M.I.A. - Kala

mia.jpgEs gab einmal so ein Subgenre von House und Techno, das nannte man Tribal und es ging um Trommeln. Leider geben Trommeln musikalisch zu wenig her, so dass es von ein paar Ausnahmen wie „The Ambush“ mal abgesehen bei langweiligen Wirbeleien blieb. Mit M.I.A. geht's mir ähnlich.

Schon auf dem Debut-Album „Arular“ nahm ich den exotisch gefärbten Electro und vergaß ihn nach zwei oder drei Durchgängen. Das neue Album macht genau dasselbe, nur hier und da anders. Mal sichtlich an Electro-Klassikern wie „Rockit“ orientiert, mal an brasilianische Carneval-Beats erinnernd. Die von Timabland produzierten Tracks „Come Around“ und „Jimmy“ sind leider Totalausfälle und auch sonst gingen mir die dreiundfünzig verschiedenen Tom-Drums außerst schnell auf den Senkel.

Erstaunlicherweise finde ich das Digeridoo-Stückchen „Mango Pickle Down River“ mit spooky Kinderraps und das fast Popding „Paper Planes“ mit Geballer- und Kassen-Samples wirklich stark. Der Rest geht mir einfach gewaltig auf die Nerven, ich wette aber, live entwickeln alle Stücke einen enormen Tanzdruck, sprich: das Album kann man sich eigentlich sparen, wenn man die Dame irgendwo live erwischt.

Eins noch: ich weiß ja, dass M.I.A. die Exotismus-Schiene bedient. Das ist aber noch lange kein Grund, visuelle Abscheulichkeiten wie das Cover dieser Platte oder folgendes Video auf die Leute loszulassen...


(Youtube Direktaugenkrebs)