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Von Vorbildern und anderen Affektiertheiten

Vor Jahren arbeitete ich in einem grafischen Atelier einer Tageszeitung, und dort hatte ich Kollegen, derer zwei genau den Menschentypen entsprechen, mit denen ich sofort klarkommen und den ich sofort bis aufs Blut hasse.

K. stellte sich auch schon mal auf den Tisch und erzählte Witze darüber, wie er während seiner Ausbildung Milch trinken musste, um die Bleivergiftung loszuwerden oder wie sie über eine Absperrung linsten um einen Blick auf die Mädchen zu erhaschen. Er war auch so ein Typ, der sich mit seinem Gefolge und Klappstühlen einfach auf die Straße setzte, einen Grill in der Mitte und genug Bier. Wenn dann ein Auto kam, blieb dem Fahrer nichts weiter übrig, als umzudrehen. Gesperrt. Du kommst hier nicht durch. K. ging mit Rentnern Apfelbäume schneiden, weil die die dreckisten Witze kannten. K. hatte ein selbstgemachtes Buch mit 500 selbstbemalten Seiten. Er hatte sich alles selbst beigebracht.

B. hatte zwei große Vorteile, ansonsten war sie einfach nur blond. Sie stand auf gutes Benehmen. Bezeichnend ist, dass mir zu ihr nicht mehr einfällt. Echt nicht. Sie hatte keinerlei besonderen Eigenschaften außer ihrer Affektiertheit. Sie passte wunderbar ins Unternehmen.

Als ich mich mit K. von seinem selbstgekelterten Apfelwein betrank, erzählten er mir, wie sehr er B. verachtete. Wir hatten schon verdammt viel gemeinsam.