Warum mir der Artikel in der Süddeutschen bisher keine Zeile wert war...

14.08.2007 Misc #Blogs #Media

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(...und jetzt eben doch.)

Journalisten betrachten das Web als eine Möglichkeit, Informationen zu recherchieren. Soweit so gut. Sie betrachten es bis auf einige wenige Ausnahmen aber eben nicht als Möglichkeit, etwas beizutragen. Diesem kleinen Unterschied zu mir oder tausenden anderen Bloggern ist es wohl zu schulden, dass sie so einen Unsinn verzapfen können, wie in diesem Artikel geschehen, auch wenn da einige Sachen drinstehen, die nicht ganz von der Hand zu weisen sind.

Natürlich ist die deutsche Medien-Sozialisation grundverschieden von der amerikanischen. Dennoch mag ich die gesellschaftliche Relevanz von einem Blog wie „Live Bootlegs“ einfach mal bezweifeln. Weil das für ein Blog völlig unwichtig ist. Das einzige Kriterium, das für ein Blog zählt, ist: Was will der Autor? Und es ist schlichtweg ein Fehler, davon auszugehen, in den Top100 gäbe es keine Blogs von gesellschaftlicher Relevanz. Spiegelfechter.

Das Netz lebt von Input, von Vernetzung, von Links. Bezeichnend ist das grundsätzliche Nicht-Setzen von Links in Angeboten klassischer Medien. Die sind gewachsen in einer anderen Welt und deren Prinzipien bestimmt ihr Denken. Da geht es nur und außschließlich darum, den Leser an das eigene Medium zu binden. Und dass ist in Zeiten von Web2.0 eine völlig vergebliche Maßnahme. Dazu kommt ein wenig Controlling und Marketing und sie stellen fest: whoa! Blos keine Links nach draußen setzen! Uns rennen die Leser davon!

Unsinn.

Ein Angebot im Web, das die Vernetzungsmöglichkeiten nutzt (sprich: Links setzt), wird in Augenhöhe wahrgenommen. Als Beispiel diene hier mal der heise-Verlag, der konsequent Links nach außen setzt und auch deshalb eine Institution im deutschen Web darstellt. Kommunikation im Web funktioniert nunmal ausschließlich über Links, ob diese nun Track-, Ping- oder sonstige Backs darstellen ist völlig egal.

Wenn ich eine Hübsche auf der Straße ansprechen will, dann muss ich sie antippen und „Hey, Du!“ sagen. So ist das nunmal, und solange die klassischen Medien dies nicht gelernt haben, werden sie außer ihrer aus alten Zeiten stammenden Reputation nichts vorzuweisen haben, was sie für elektronische Kommunikation qualifiziert.

Und genausolange werden wir auf ihnen rumhacken. Und deshalb war mir das nun doch ein paar Zeilen wert.