Feuerstraßen

14.08.2007 Misc Movies #Storys

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Morgens mit der 11 durch Frankfurt zu fahren ist meist kein schöner Anblick. Die 11 verbindet den Hauptbahnhof inklusive Fixerstube mit einem Obdachlosenasyl. Und zwischendrin fahre ich jeden Morgen ins Büro und jeden Morgen zieht das Elend an mir vorbei. Man kann schonmal den Mut verlieren, wenn man ständig vernarbte Menschen mit roten Gesichtern auf der Straße sieht. Oder die modernen Sklaven, die auf der Hanauer auf Auftraggeber warten, die mit Kleinbussen vorbeikommen um sie zum Schuften für drei Euro irgendwohin zu fahren, während 50 Meter weiter ein Schild auf das Arbeitsamt zeigt. Jeden Morgen. Die Fratzen wechseln, nur die Narben bleiben gleich.

Und dann stöpselt man sich lieber die Kopfhörer ins Ohr, knallt aus der Welt und Arcade Fire besingen das Elend. Die Sonne kommt raus, echter Pathos in meinem Kopf, der Dreck auf der Straße, Lichtstrahlen im Kopf und alles explodiert. Und dann singen die Fratellis und an der Ecke steht eine Süße, die lacht und raucht. Das volle Spektrum, komprimiert in 20 Minuten in einem ratternden Ungetüm. Music is the Soundtrack of our Lives? Fuck. Das Leben liefert nur die Bilder zu meinem Musikfilm. Zu meinem ganz eigenen Streets of Fire.

Fand eigentlich noch jemand Willem Dafoes Hosen in dem Film so komisch?