Sport ist Mord

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Ich bin ein fauler Sack. Ich war seit Monaten nicht mehr Joggen, mein Mittagessen lasse ich mir am liebsten liefern und wenn draußen die Sonne scheint, lümmel ich mich höchstens im Liegestuhl und vermeide zuviel Aktivität, wo ich nur kann. Ich sags immer und immer wieder: man soll sich nicht unnötig bewegen. Bewegung ist ungesund und schadet der Fitness. Das ist nunmal so, das kann einem jeder Mediziner bestätigen.

Überhaupt geht mir dieser Fitness-Wahn tierisch auf den Keks. Belly-Fuckoff oder so, ich brauche keinen Sixpack oder dicke Oberarme. Ich bin auch mit Wampe sexy. Ich gehe nicht ins Fitness-Studio, denn das habe ich hinter mir. Die narzistischen Nullnummern dort, denen die Fitness das einzig erstrebenswerte Ziel im Leben zu sein scheint, verschwenden ihre Zeit mit Verrenkungen und isotonischen Getränken. Da lese ich doch lieber ein gutes Buch und betrachte meine Wampe beim Wachsen.

Ich verweigere mich dem Aktivitäts-Faschismus dieser Gesellschaft, der nur noch von der Diktatur des Spaßes getoppt wird. Spaß, Spaß, Spaß, alles muss lustig sein und Fun machen. Eventcharakter. Wenn ich dieses Wort, das von Marketingstrategen irgendwann in den Neunziger Jahren erfunden wurde, noch einmal im Zusammenhang mit Kultur hören muss, dann werde ich zum Hulk und zerfetze den verkackten Flyer in der Luft.

Hey, nachher Birthday-Party beim Kinkymea Beach Club mit Prosecco-Empfang und gepflegter Lounge-Mucke. Kommste auch? Ganz sicher, Baby. Ganz sicher. Und vorher geh ich nochmal ins Fitness-Studio.